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„Erziehung ist (k)ein Kinderspiel“ Erziehungstipp 2016-04 – Lernen mit allen Sinnen

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Bildungsreform ist in aller Munde. Doch worauf kommt es wirklich an?
Hier ein Gedanke, den ich besonders wichtig finde:

Lernen mit allen Sinnen

Lernen ist mehr als Wissensvermittlung. Zu Sokrates‘ Zeiten machte man sich mit den Schülern Gedanken über den Lauf der Welt. Die klassische Erziehung legte gleichermaßen Wert auf Wissenschaft, Ethik, Literatur und Kunst.

Unermüdlich probieren und forschen Kinder, bis sie ein Problem gelöst haben. Sie erforschen Raum und Zeit, erkennen Zusammenhänge, üben bis zur Perfektion. Eingetrichtertes, abstraktes Wissen hingegen, mit Druck verabreicht, erzeugt Widerstand.

Kleine Kinder lernen mit allen Sinnen
und haben Freude daran. Am besten sind jene Kinder auf die Schule vorbereitet, die sich laufend, kletternd, spielend, beobachtend und experimentierend austoben konnten, umgeben von Dingen des täglichen Lebens, umgeben von Pflanzen und Tieren und einer freundlichen, ermutigenden Familienatmosphäre, die zum Nachahmen und Mitmachen einlädt, wo Kinder ihre Energie und Fantasie in einem geschützten Ordnungsrahmen ausleben können. Die moderne Hirnforschung bestätigt: Je mehr Sinneskanäle aktiviert und lustvolle Erfahrungen gemacht werden, umso größer der Lernerfolg. Angenehme oder unangenehme Gefühle spielen eine enorme Rolle beim Aufnehmen und Merken von Lerninhalten.

Ein gesundes Kind kennt keine Langeweile
Anders bei Kindern, die vor dem Bildschirm ruhig gestellt, mit virtuellen Bildern, Reizen und vorgefertigtem Spielzeug überfordert werden. Sie haben weniger Gelegenheit, echte Erfahrungen zu machen, Geschicklichkeit zu üben, ihre Fantasie, Motorik und Feinmotorik zu trainieren. Ein Grund mehr für die Schule, hier gegenzusteuern. Jedes Kind sollte seinen Möglichkeiten und Begabungen gemäß anerkannt und gefördert werden. Geschicklichkeit, Fantasie, musische, kreative und soziale Begabungen sollten aufgewertet und damit jedem Kind mehr Chancen auf Erfolg aufgetan werden. Das abstrakte schulische Erlernen der Kulturtechniken und anderem würde dadurch nicht vernachlässigt, sondern erhielte zusätzliche Nährstoffe.

Lernen ist mehr als Wissen anhäufen und speichern, das ist heutzutage jederzeit per Knopfdruck abrufbar. Der moderne Mensch muss verantwortungsbewusst, teamfähig, mutig und offen sein für neue Erfahrungen und braucht kreative Problemlösungskompetenzen. Darauf muss die Schule vorbereiten.

Mag. Maria Neuberger-Schmidt

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