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Leben – und was dann?

Einige Gedanken zur Dimension nach unserem physischen Leben

Jeder Tag fließt in unserem Leben so dahin….. Es gibt Tage, auf die wir uns freuen; Tage, denen wir mit düsterer Erwartung entgegensehen und auch Tage, die ohne irgendwelche Besonderheiten dahinfließen; Tage, an die man sich kaum erinnern kann. – Eins ist aber all diesen Tagen gemeinsam: sie beginnen am Morgen, frisch und unverbraucht. Es geht weiter durch den Vormittag bis zum Zenith am Mittag. Am Nachmittag nimmt die Energie für den Tag ab, bis dann am Abend und in der Nacht die Ruhe einkehrt.

Es ist sehr viel über den Zyklus des Lebens geschrieben und gesagt worden, was ich an dieser Stelle im Detail nicht wiederholen möchte. Der Kreislauf des Tages spiegelt sich auch im Kreislauf des Jahres wider ( Frühling – Sommer – Herbst – Winter ), und selbst das gesamte physische Leben eines Menschen lässt einen Zyklus von Kindheit – Jugend – Erwachsensein und Alter erkennen. Einige haben diesen Gedanken sogar weitergesponnen und von einem Kreislauf der Kulturen gesprochen, wie z.B. Arnold Toynbee, der die Geschichte insgesamt in einem ähnlichen Kreislauf sieht.

Sie mögen wahrscheinlich jetzt fragen: was hat das mit unserem Thema zu tun? Was hat das zu tun mit einem möglichen Leben nach dem Tod? – Ein Gedanke, der bei der Beobachtung dieser Kreisläufe und Zyklen für uns naheliegend sein könnte, ist der, dass auch unsere eigene Existenz nicht nur den Kreislauf eines Tages, eines Jahres oder eines Lebens durchläuft, sondern – wie bei Jahr und Tag auch – unser Leben mehrere Zyklen durchläuft – und schon ist der Gedanke der Reinkarnation geboren!!! Und dieser Gedanke ist schon deshalb sehr ansprechend, weil er die Idee einer „zweiten Chance“ in sich trägt, etwas, was sich doch alle von uns von ganzem Herzen wünschen. Und so ranken sich um die Reinkarnation viele Vorstellungen, die auch anscheinend aus dem Jenseits bestätigt werden….

Was hat es damit auf sich? – Es gibt so viele verschiedenartige Vorstellungen über das Leben nach dem physischen Tod; jede Religionsgemeinschaft hat ihre eigenen Aussagen und Meinungen dazu, und es gibt auch viele Menschen ohne eine strikte Religionszugehörigkeit im engen Sinne, die aber trotzdem an eine Reinkarnation glauben und darin eine tiefe Sinngebung finden.

Belassen wir es einmal dabei und gehen auf einige andere Gedanken ein, z.B. den Gedanken von Allerheiligen und Allerseelen. – In der katholischen Kirche wird der Personen gedacht, die ein vorbildliches, gottgefälliges Leben geführt haben, und sie werden auch in schwierigen Situationen um Hilfe gebeten; und es wird auch der Seelen der Verstorbenen im allgemeinen gedacht, und man versucht, sie so gut wie möglich zu begleiten.

Weiterhin gibt es den Gedanken der „Auferstehung“, der in verschiedenen Religionsgemeinschaften unterschiedlich ausgepägt ist. – Gibt es eine Auferstehung, und wenn ja, in welcher Form findet sie statt? Ist sie vielleicht nur einigen Menschen vorbehalten? Wird es etwas „erfreuliches“ sein, wie z.B. der Himmel, oder etwas „unerfreuliches“, wie z.B. die Hölle?

All diese Gedanken haben mit dem Sinn und Inhalt unseres Lebens zu tun. Sie sind sehr wichtig und mehr als nur ein „Glaube“. – Ich möchte das mal an einem Beispiel illustrieren: ein Mensch erscheint seinen Mitmenschen gegenüber im besten Licht, ist beliebt, sieht vielleicht außerdem noch gut aus. Er scheint einen ausgezeichneten Charakter zu haben, und es hat den Anschein, dass er immer für andere da ist. In Wirklichkeit ist er aber ein verschlagener Mensch, der viele Menschen betrogen hat, vielen Menschen weh getan hat und nur im Licht der Öffentlichkeit glänzend dasteht. Wenn wir davon ausgehen könnten, dass es in keiner Form ein Leben nach dem Tod gibt, dann wäre solch ein Lebensstil durchaus denkbar: bis zu unserem Ableben stehen wir blendend da, und selbst nach unserem Ableben bleiben wir den meisten unserer Mitmenschen in guter Erinnerung, da wir solch einen guten Eindruck auf sie gemacht haben.

Anders sieht es hingegen aus, wenn wir im Bewusstsein um ein Leben nach dem Tode leben, wenn uns in irgendeiner Form klar ist, dass unsere Lebensführung in irgendeiner Weise die Dimension des Lebens nach dem physischen Tod bestimmt. Die Vorstellungen über ein Leben nach dem Tod sind in den Religionsgemeinschaften und spirituellen Zirkeln sehr unterschiedlich, aber interessanterweise haben die meisten von ihnen ein Element gemeinsam: der Mensch erntet das, was er in seinem physischen Leben gesät hat. – Dann – und gerade dann! – hat das Element der Moral einen weitaus höheren Stellenwert. Denn wenn Moral nur dazu dienen soll, mich in einem guten Licht erscheinen zu lassen, auch wenn ich mich tatsächlich unmoralisch verhalte, dann kann es vielleicht diesem Zweck dienen, solange ich mich nicht erwischen lasse! Es mag zeitlebens vor den Augen meiner Mitmenschen unentdeckt bleiben. Aber wenn meine Lebensführung in irgendeiner Form eine Auswirkung auf die Dimension meines Lebens nach dem physischen Tod hat, dann hat Moral und alles, was ihr verbunden ist, etwas Substantielles, Bleibendes.

Stellen wir uns doch mal vor, wir ständen kurz vor unserem Ableben – wie würden wir uns fühlen? – Theoretisch gesprochen, gibt es 3 Möglichkeiten: 1.) unser Leben hatte einen Wert plusminus null, was bedeutet, wir haben keinem Menschen wirklich Schaden zugefügt, aber auch eben nichts besonderes bewirkt. Mit anderen Worten: es macht keinen Unterschied, ob wir nun gelebt haben oder nicht… 2.) unser Leben hat anderen Menschen nur Leid zugefügt, in dem Ausmaß, dass es Menschen gibt, die froh sind, dass wir nicht mehr existieren: ein sehr trauriges Resumee… 3.) unser Leben hat einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft geliefert, und dadurch, dass wir von der Gemeinschaft gehen, fehlt diesen Menschen etwas. Wir haben eben unsere Fußspuren hinterlassen. Naheliegend dass jeder von uns zu dieser 3. Schlussfolgerung kommen möchte.

Und mit dieser gleichen Perspektive, die nach hinten auf das physische Leben blickt und Bilanz zieht, möchte ich auch nach vorne auf das Leben nach unserer physischen Existenz blicken. – Was ist in dieser Lebensform relevant? Unser physischer Körper hat sich mit seinen 5 Sinnen erfreut, wir haben Schönes gesehen, gehört, gerochen, gefühlt, geschmeckt; ist das nun alles vorbei? Nein! Unser „geistiger“ Körper, die geistige Form unserer Existenz über unser physisches Leben hinaus, hat auch die Möglichkeit dieser Sinneswahrnehmungen, und laut Berichten aus der geistigen Welt soll die Intensität der Wahrnehmung sogar noch bei weitem stärker sein als hier im physischen Bereich. In dieser Hinsicht geht uns also nichts verloren.

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