UPF und FFWF OÖ veranstalteten ein Interreligiöses Frühstück zum Thema „Mut – Demut“ anlässlich dem Gedenkjahr 400 Jahre Bauernkrieg 1626 in OÖ, der ein direkter Bestandteil des 30jährigen Krieges war. Der 30jährige Krieg (1618-1648) begann als Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten.
Das Land Oberösterreich hat seit 2012 einen Religionsbeirat, der zu diesem Anlass eine Broschüre unter dem Titel „Konflikt im Namen der Religion – historische Erfahrungen und aktuelle Verantwortung“ herausgab.
https://www.land-oberoesterreich.gv.at/files/publikationen/Religionsbeirat_Konflikt.pdf
Auch wir konnten einen Artikel zu dieser Broschüre beitragen.
Das Hauptreferat hielt Hans Ledermüller, Gemeindeleiter der FFWF OÖ aus dessen Hometown die Hauptakteure dieser Zeit stammen. Er begann mit der Feststellung, dass es ein von religiöser Verzweiflung und sozialer Not getriebener Volksaufstand gegen eine erbarmungslose Fremdherrschaft war. Der entscheidende Funke war der rücksichtslose Glaubenszwang der Gegenreformation. Die größtenteils protestantischen Bauern sollten per kaiserlichem Dekret gezwungen werden, katholisch zu werden oder ihre Heimat zu verlassen. Nach dem biblischen Prinzip „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ sahen sie den Widerstand als ihre heilige Pflicht. Es war das Zusammenspiel aus tiefer Demut vor ihrem Glauben und dem unbeugsamen Mut zur Selbstbestimmung das sie antrieb. Ihr Erbe ist bis heute fest in der Identität unserer Region verwurzelt, schloss Hr. Ledermüller seine Ausführungen.
Es entstand anschließend ein sehr ehrlicher, offener Dialog mit sehr tiefsinnigen Gedanken der einzelnen Teilnehmer zu Mut und Demut.
Buddhistische Teilnehmerin: „Wichtig ist, dass Mut und Demut immer mit Weisheit verbunden sind.“
Teilnehmerin mit katholischem Hintergrund: „Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst. Demut ist die Hingabe an etwas Höheres und zeigt sich durch Respekt und Zuhören können.“
Ein weiterer Teilnehmer betonte seine Betroffenheit, wie es dem Schöpfer gehen muss, wenn Geschwister in Namen Christi sich gegenseitig bekämpfen und töten.
Der ehrliche Austausch war für alle Teilnehmer aufbauend und bestärkte uns, dass besonders auch in unserer Zeit Mut, sowie Demut von uns abverlangt wird, wenn wir uns für eine Verbesserung unserer Gesellschaft einsetzen.
Mag. Maria Pammer, UPF OÖ