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25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges: Die Wiedervereinigung Koreas steht bevor

© Mrallen | Dreamstime.com – Flags Of North And South Korea Photo

DDR-Flüchtlinge 1989 – Nordkoreaflüchtlinge heute

Eine Analyse von Martin Kiedler

Überall in Europa und auf der ganzen Welt gedenkt man heuer der Erschütterungen im Jahr 1989, dem Fall des Eisernen Vorhanges und der friedlichen Überwindung des Ost-West-Konfliktes. Dabei spielt es in unseren Breiten eine untergeordnete Rolle, dass der Kalte Krieg auf der Koreanischen Halbinsel immer noch andauert und das Land unter den furchtbaren Folgen der Teilung zu leiden hat. Während die Welt feiert, riskieren Menschen aus Nordkorea bei der Flucht ihr Leben.

Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde die Welt in zwei Einflusssphären geteilt: die kommunistische Welt und die freie demokratische Welt. Die Trennungslinien der beiden Blöcke markierten der Eiserne Vorhang, der mitten durch Europa verlief, und im Fernen Osten der 38. Breitengrad in Korea. Das erklärte Ziel des Kommunismus, basierend auf den Lehren von Marx und Engels, war die kommunistische Weltrevolution und die Weltherrschaft.

Ein enormes Wettrüsten setzte ein. Die Raketenarsenale waren gefüllt bis zum Bersten. Die Weltbevölkerung hätte damit x-mal vernichtet werden können; der nukleare Overkill drohte. Nie zuvor in der Geschichte gab es eine gefährlichere Situation für die gesamte Menschheit und alles Leben auf unserem Planeten Erde.

Korea – unschuldig geteilt

Als Folge des Ost-West-Konfliktes wurden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zwei Nationen geteilt: Deutschland in Ost und West, Korea in Nord und Süd. Viele Menschen flüchteten vor dem Zugriff der kommunistischen Machthaber in die freien Teile ihrer Länder oder ins Ausland. Dadurch wurden Millionen und Abermillionen von Familien getrennt.

Während das besiegte Deutschland als Kriegsaggressor von den Siegermächten in Besatzungszonen aufgeteilt wurde, erlitt Korea das Schicksal der Trennung völlig unschuldig. Es wurde seit 1905 von Japan geknebelt und ausgebeutet. Der Zweite Weltkrieg endete in Europa am 8. Mai 1945, ging jedoch im Fernen Osten weiter. Japan kapitulierte erst nach dem Abwurf von zwei Atombomben am 15. August 1945. Die Hoffnung der Koreaner auf Freiheit und Unabhängigkeit währte nicht lange.

Kaum waren die japanischen Besatzer weg, wurde Korea zum Brennpunkt der Auseinandersetzung von Ost und West. Die Sowjetunion unter Stalin erklärte erst eine Woche vor Kriegsende, nämlich am 8. August 1945, zwei Tage nach Abwurf der ersten Atombombe über Hiroshima, Japan den Krieg. Bis zur offiziellen Unterzeichnung der Kapitulation Japans am 2. September 1945 beeilte sie sich, die Mandschurei, Sachalin, die Kurilen und den Norden Koreas zu besetzen. Südkorea gelangte in den Einflussbereich der Vereinigten Staaten.

Von 1950 bis 1953 fand der Koreakrieg statt. In keinem anderen Land der Welt prallten die Kräfte des Kommunismus und die Kräfte der Freien Welt so erbittert aufeinander. Nordkorea wurde von der Sowjetunion, China und anderen kommunistischen Ländern unterstützt. 16 Nationen unter Führung der Vereinigten Staaten eilten Südkorea zu Hilfe, fünf Länder entsandten medizinische Hilfsteams und 20 weitere halfen mit Kriegsgerät und Versorgungsgütern.

Korea

Ein grausamer und verlustreicher Krieg führte zu keiner Entscheidung. Etwa 1 Mio. Soldaten und 3 Mio. Zivilisten wurden getötet. Die beiden Koreas befinden sich völkerrechtlich nach wie vor im Kriegszustand. Ein Waffenstillstandsabkommen wurde bloß zwischen China, Nordkorea und den UNO-Truppen abgeschlossen. Am 8. März 2013, nach Großmanövern zwischen amerikanischen und südkoreanischen Soldaten, kündigte Nordkorea dieses Abkommen einseitig auf.

Die Grenze am 38. Breitengrad ist die undurchdringlichste Grenze der Welt. Im geteilten Deutschland konnten die Menschen – zumindest im Westen – trotz Hindernissen und Schikanen auf der Straße, mit der Bahn oder mit dem Flugzeug in den anderen Teil reisen und auch ihre Verwandten besuchen. Es gab zahlreiche Grenzstellen, Postverkehr und auch Telefonleitungen, die beide Teile verbanden. In Korea gab es nichts dergleichen. Nur eine Straße führte in die demilitarisierte Zone nach Panmunjeom, einer kleinen militärischen Siedlung, wo die Einhaltung des Waffenstillstands überwacht wird.

Situation seit 1989

Trotz hochrangiger bilateraler Treffen auf den Ebenen der Minister, Regierungs- und Staatschefs (Sonnenscheinpolitik), trotz der Sechs-Parteien-Gespräche (zwischen den beiden Koreas, China, USA, Russland und Japan zu den Themen atomwaffenfreie Zone und internationale Hilfe) und trotz der Umsetzung zahlreicher Projekte, gibt es keinen Friedensvertrag, kein gemeinsames Programm für die Wiedervereinigung und die Situation ist nach wie vor sehr verfahren.

Zu den bedeutendsten Projekten zählen die Wiederinstandsetzung von Straßen- und Bahnverbindungen, die Erschließung des Diamantgebirges unweit der Grenze Südkoreas und des Berges Paektusan in Nordkorea für touristische Zwecke sowie die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen nach chinesischem Vorbild. Die wichtigste befindet sich in Kaesong nahe der demilitarisierten Zone, die gemeinsam mit Südkorea betrieben wird. Südkorea ist nach China der zweitgrößte Handelspartner Nordkoreas.

Wichtig für die Menschen waren Besuchsprogramme. Familienangehörige, die seit Jahrzehnten getrennt waren, konnten sich wieder in die Arme schließen. Es gab berührende und tränenreiche Szenen. Trotzdem hat der Großteil der Menschen von seinen Familienangehörigen seit der Teilung Koreas nichts mehr gehört, weiß nicht, wie es ihnen geht und ob sie noch am Leben sind.

Der Zerfall Nordkoreas

Die Wiedervereinigung Deutschlands erfolgte 1990 infolge der Auflösung des Sowjetimperiums. Einzig Korea ist nach wie vor ein geteiltes Land als letzter Rest des Kalten Krieges. Was niemand voraussah, trat 1989 urplötzlich ein: Der Eiserne Vorhang begann zu bröckeln und fiel. Genauso könnten uns die Ereignisse in Korea überraschen. Der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt, aber die Wiedervereinigung Koreas steht bevor. Der Wandel ist längst eingeleitet.
Die Zeichen des Niedergangs des nordkoreanischen Systems sind klar erkennbar. Es gibt Parallelen zum Zerfall der Sowjetunion:

 Anfangs waren die kommunistischen Führer Nordkoreas mit Kim Il Sung (seit 8. Juli 1994 verstorben) an der Spitze von der Überlegenheit des kommunistischen Systems gegenüber der westlichen Demokratie überzeugt. Seit der Lebensstandard in Südkorea immer mehr zunahm und das einst besser gestellte Nordkorea zu einem Hungerstaat hinuntergewirtschaftet wurde, sind diese Überzeugungen passé.

 Nordkorea, als kleines Land mit 25 Mio. Einwohnern, unterhält die fünftgrößte Armee der Welt (1,2 Mio. Soldaten). Es ist damit das am stärksten militarisierte Land mit dem höchsten Anteil an Militärausgaben von geschätzten 25 bis über 30 % des Bruttoinlandsproduktes (im Vergleich: Österreich 0,8 %, Schweiz 1 %, Südkorea 2,7 %, USA 4,1 %, China 4,3 %). Militärisch ein Riese, wirtschaftlich ein Zwerg – das beschleunigt die Verarmung und den Ruin des Landes.

 Die Wirtschaft leidet und kann sich nicht frei entfalten unter dem Würgegriff der Diktatur und des Militärs. Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie werden völlig vernachlässigt. Seit dem Verlust der kommunistischen „Bruderstaaten“ in der ersten Hälfte der 1990er Jahre kann sich Nordkorea nicht mehr günstig mit Energie, Lebensmitteln und allem Notwendigen eindecken. Beschaffungs- und Absatzmärkte gingen verloren. Strom und Treibstoff sind Mangelware. Geplante Reformen greifen nicht. Für ausländische Investoren bieten abgesehen von der mangelnden Infrastruktur selbst die Sonderwirtschaftszonen keine ausreichende Sicherheit, wie die uneinschätzbare und willkürliche Politik der kommunistischen Herrscher am Beispiel Kaesong gezeigt hat, wo der Wirtschaftspark im Jahr 2013 für ein halbes Jahr geschlossen wurde, nachdem Nordkorea den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht hatte und die USA und Südkorea gemeinsame Manöver durchführten. Fehlentscheidungen, Misswirtschaft und Korruption prägen den Alltag. Verschärft wird die Lage durch UNO-Sanktionen wegen Nordkoreas Nuklearwaffenprogramms und die Abschottung des Landes und seiner Bürger, wodurch sich Nordkorea selbst vom Puls der Welt abschneidet. Längst wäre der Zusammenbruch schon eingetreten, wenn nicht China das unberechenbare Terror-Regime künstlich am Leben erhalten hätte. Für das kommunistische China ist es ein unerträglicher Gedanke, in einem wiedervereinigten und mit den USA verbündeten Korea, amerikanische Truppen am Grenzfluss Yalu aufmarschieren zu sehen.

 Angehörige der Führungsschicht sehen keine Zukunftsperspektiven für ihr Land und bereiten sich auf den Tag X nach dem Kollaps vor: Sie lassen ihre Kinder Fremdsprachen lernen, schicken sie ins Ausland studieren und legen ihr Vermögen, obwohl unter Todesstrafe verboten, bei ausländischen Banken an.

 Durch die totale Isolation und Indoktrinierung hatten die Menschen lange Zeit keine anderen Informationen als die von den Staatsmedien. Sie glaubten, dass es ihnen besser ginge als dem Rest der Welt und wussten nichts von der Existenz von Straflagern im eigenen Land, wo unvorstellbare Grausamkeiten an den Häftlingen begangen werden.
Keine Regierung der Welt und keine Macht können die Menschen auf Dauer irreführen. Die Wahrheit hat große Auswirkungen auf das Gemüt der Menschen. Das ist es, wovor Machthaber, die auf Kosten der „Untertanen“ leben, Angst haben. Obwohl Beziehungen zum Ausland und Ausländern eingeschränkt, nur ausgewählten Leuten des Systems vorbehalten sind und striktest kontrolliert werden, sickern unerwünschte Informationen durch, sowohl vom Ausland nach Nordkorea als auch von Nordkorea ins Ausland.
Anfangs ging dieser Prozess nur sehr langsam vor sich. Mit dem Aufkommen moderner Kommunikationsmittel und dem einsetzenden und nicht zu stoppenden Strom von Nordkoreaflüchtlingen hat sich das grundlegend geändert. Im Grenzbereich zu China können über das chinesische Netz ausländische Rundfunksendungen empfangen und Auslandsgespräche per Handy geführt werden. Besonders durch den Schwarzhandel über China kommen Mobiltelefone, Transistorradios, Fernsehgeräte, CDs, DVDs und USB-Sticks mit Information und ausländischen Filmen ins Land. Obwohl der Empfang von fremden Sendern verboten ist und gestört wird, werden südkoreanische Programme gehört und gesehen. Es gibt eine südkoreanische Radiostation, die Nachrichtenprogramme nach Nordkorea sendet. Sie wird von ehemaligen Nordkoreaflüchtlingen betrieben. Jenen, denen die Flucht ins Ausland gelang, bleiben meist telefonisch mit zurückgebliebenen Familienangehörigen in Kontakt. Es hat sich in Nordkorea herumgesprochen, dass es den Leuten im Süden sehr gut geht und sie nicht von den „bösen Amerikanern“ befreit werden müssen. Auch weiß man, dass China zu großem Reichtum gekommen ist.
Längst ist den Nordkoreanern der große Unterschied offensichtlich zwischen der oft privilegierten Stadtbevölkerung, besonders in der Hauptstadt Pjöngjang und der verarmten und vernachlässigten Bevölkerung auf dem Land, hauptsächlich im Norden und sie wünschen sich eine Änderung ihrer Lebensumstände mit höherem Lebensstandard und der Möglichkeit die Welt zu bereisen. Sie sind sich der diktatorischen und ungerechten Zustände in ihrem Land bewusst und wissen, dass jene, die sie regieren, lügen, korrupt sind und große Privilegien genießen.

 Nordkorea laufen die Menschen davon, wie jeder anderen kommunistischen Diktatur zuvor auch. Gründe für die Flucht sind Hunger, Kälte, staatliche Willkür, Ausweglosigkeit und Verzweiflung, Lange Zeit hörte man nichts über Nordkoreaflüchtlinge. Nur vereinzelt gelang jemandem die Flucht. Hie und da tauchte ein Diplomat, ein Einkäufer, ein Sportler oder ein Militärangehöriger im Ausland unter.
In Nordkorea gibt es die Sippenhaft. Bei groben Vergehen, zu denen auch Flucht zählt, können bis zu drei Generationen zu Schwerstarbeit in einem Arbeitslager verurteilt werden. Niemand wünscht sich das für seine Familienangehörigen und so verwarf man die Gedanken an Flucht. Die Situation änderte sich in den Jahren der Hungerkatastrophen ab Mitte der 1990er Jahre, als die nordkoreanische Regierung die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln nicht mehr sicherstellen konnte und viele Menschen einfach verhungern ließ (2 bis 3 Mio. Hungertote). Es war einerlei, ob man infolge von Hunger oder in einem Straflager starb. Die Flucht bot zumindest die Chance zu überleben. Die Länder mit den meisten Nordkoreaflüchtlingen sind China (geschätzte 150.000), Südkorea (25.000), USA, Deutschland und Großbritannien.

Horror der Flucht

Wenn in Europa ein Ostblockflüchtling den Eisernen Vorhang samt Todeszone überwunden hatte, war er in Sicherheit. Nicht so in Korea. Die meisten Flüchtlinge überqueren den Grenzfluss Tumen, oft mit der Hilfe von Schleppern. Wenn sie das überleben, nicht aufgegriffen oder erschossen werden, sind sie in China. Hier kontrollieren chinesische Grenzsoldaten. Entdecken sie die Flüchtlinge, werden sie den nordkoreanischen Behörden übergeben. Zurück in Nordkorea drohen Verhöre, Folter, Hinrichtung und Straflager. Wenn die Menschen am Verhungern sind, krank und medizinisch nicht versorgt, ist kein Vertreter der Staatsmacht zugegen, um ihnen zu helfen. Werden sie bei der Flucht ertappt, sind die Schergen des repressiven Systems überpräsent.

China anerkennt Nordkoreaner nicht als Flüchtlinge. Sie leben hier illegal. An die 100.000 soll China schon zurückgeschickt haben. Unter den Flüchtenden sind viele Frauen. Schlepper nützen ihre Not oft aus und verkaufen sie zum Preis von 300,- bis 1.000,- US-Dollar an chinesische Zuhälter. Diese zwingen sie zur Prostitution oder verkaufen sie an Chinesen, mit denen sie Zwangsehen führen. Offiziell gibt es diese Ehen nicht. Die Kinder, die daraus hervorgehen, sind nicht registriert. Sie wachsen staatenlos auf und haben keine Rechte.

Für die meisten, die es aus dieser Hölle herausschaffen, führt der Weg über 3.000 km durch China und zu Fuß über Berg- und Dschungelgebiet nach Laos. Der kürzere Weg zu den ausländischen Botschaften in Peking wird durch die chinesische Polizei verhindert, die den Flüchtlingen den Zutritt verwehrt und sie wieder nach Nordkorea abschiebt. Auch in Laos sind sie nicht sicher. Die Abschiebung nach China droht. Erst wenn sie es nach dem Überqueren des Mekong-Flusses über die Grenze nach Thailand schaffen, erhalten sie Hilfe. Die südkoreanische Botschaft in Bangkok unterstützt sie auf ihrem Weg nach Südkorea. Basierend auf Aussagen von Nordkoreaflüchtlingen – unter ihnen waren auch frühere Staatssicherheitsmitarbeiter – und anderweitigen Zeugen gibt es nun einen Bericht der Vereinten Nationen über schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea.

Die Bedeutung der Wiedervereinigung Koreas für die Welt

Der Zusammenbruch des nordkoreanischen Systems bedeutet nicht das automatische Herbeiführen der Wiedervereinigung Koreas. Es gibt zwei große Hindernisse. Das erste liegt an den beiden Koreas selbst. Besonders Wirtschaftskreise in Südkorea fürchten die hohen Kosten, wie die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland gezeigt hat. Die nordkoreanischen Führer hingegen klammern an der Macht, weil sie um ihr Leben Angst haben und ihre Privilegien auch unter geänderten Umständen nicht verlieren wollen. Um sich auf das Wagnis der Wiedervereinigung einzulassen, muss für sie garantiert sein, dass ihr Leben nicht in Gefahr ist, so wie das auch in Deutschland der Fall war.

Das zweite Hindernis auf dem Weg zur Einheit liegt an den Großmächten, deren Interessen in Korea verknotet sind. Wegen seiner zentralen geopolitischen Lage ist Korea von größter Bedeutung für China, Russland, Japan und Amerika. Wer die Halbinsel Korea kontrolliert, hat einen entscheidenden Vorteil bei der Einflussnahme auf das asiatische Festland und den pazifischen Raum. Aus diesem Grund war Korea schon immer ein internationales Streitobjekt wie zum Beispiel im Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg 1894/95 und im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05, die beide von Japan gewonnen wurden.

Die einzige Politik, die Korea wieder zusammenführen und die Zustimmung der Großmächte erhalten kann, ist aktive, substantielle Friedenspolitik. Weil die Situation auf der koreanischen Halbinsel eine Verkapselung der Weltsituation darstellt, wird durch die Lösung des Konfliktes zwischen Nordkorea und Südkorea ein Modell geschaffen werden, wie alle Konflikte der Welt gelöst werden können.

Teilung bedeutet Schwächung. Wenn Nordkorea und Südkorea ihre Differenzen überwinden und vereint auftreten, werden sie die Großmächte überzeugen können, ihnen bei der Wiedervereinigung zu helfen. Durch das Schaffen einer atomwaffenfreien Zone, umfangreiche Friedens-, Abrüstungs- und Kooperationsverträge zwischen allen Beteiligten, die Ansiedlung von internationalen Organisationen, die Einrichtung von Freihandelszonen und die Öffnung der Häfen des geeinten Korea zum Zweck des friedlichen Austausches und Handels für alle können vertrauensbildende Maßnahmen geschaffen werden und die Stationierung ausländischer Truppen überflüssig machen. Reiche Kulturgüter, schöne Strände, faszinierende Berglandschaften, exotische Köstlichkeiten und fernöstliches Flair prädestinieren Korea zu einem Fremdenverkehrsland ersten Ranges zu werden.

Besonders die großen, einflussreichen Nationen müssen aus den Erfahrungen des vorigen Jahrhunderts lernen, dass Vorherrschaftsbestrebungen, Großmachtgelüste und Krieg nur zu Leid und Zerstörung führen. Eine gemeinsame Vision für die Zukunft kann nur eine Welt des Friedens, der Kooperation und des allgemeinen Wohlstands sein. Der Prozess der Wiedervereinigung Koreas wird die Menschheit diesem Ziel näherbringen.

Alle bisherigen Bemühungen zur Überwindung der Teilung Koreas und für einen friedlichen, vertrauensvollen Umgang der Großmächte untereinander zeigen deutlich auf, dass allein durch menschliche Kraft, Weisheit, Kultur oder irgendeine andere menschliche Qualität das Ziel nicht erreicht werden konnte. Es stellt sich die zentrale Frage nach der Existenz, dem Willen und dem Wirken Gottes. Ohne die Hinwendung zu Gott ist die Errichtung einer friedlichen Weltkultur zum Scheitern verurteilt.

Jeglicher Fortschritt in der Geschichte zur Errichtung einer Welt des Guten und des Friedens entsprang dem menschlichen Geist. Wenn sich der Mensch ernsthaft Gott zuwendet, kann ihm Gott die Lösungen offenbaren, indem er sein Herz erfüllt mit Visionen, Mut und Stärke. Nur ein neuer geistiger Aufbruch wird der Menschheit neue, ungeahnte Möglichkeiten eröffnen und sie befähigen, die mannigfaltigen Probleme der modernen Welt zu lösen und alle Herausforderungen zu meistern.

Martin Kiedler, September 2014

Ergänzende Informationen:
1. Erschütternde Videodokumentation über das Los von Flüchtenden

2. Gräueltaten in einem nordkoreanischen Gefangenenlager http://www.youtube.com/watch?v=xPDmsF-PKEc&NR=1&feature=endscreen

3. Meine Flucht aus Nordkorea. Eine Nordkoreanerin erzählt. Video mit deutschen Untertiteln.

4. Nutzung moderner Technologie zum Informationsaustausch
https://hpd.de/artikel/9950

5. Kürzliche ORF-Meldung über die ungewöhnliche Flucht zweier Nordkoreaner
http://orf.at/stories/2241770/

6. Bericht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte
http://www.igfm.de/nordkorea/aktuelle-appelle/nordkoreanische-fluechtlinge/

7. Artikel in „DIE WELT“ am 22. März 2013
http://www.welt.de/politik/ausland/article114658197/Das-doppelte-Leid-der-Fluechtlinge-aus-Nordkorea.html

8. Nordkoreas geheime Geldmaschine – Filmdoku

9. UNO-Bericht: Schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/3551361/uno-verbrechen-gegen-menschlichkeit-regime.story

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