1. März 2026

Dr. Hak Ja Han, Mitbegründerin der Universal Peace Federation (UPF), wurde für den Friedensnobelpreis 2026 in der Kategorie „Frieden und Brüderlichkeit zwischen den Nationen“ nominiert. Die Nominierung wurde formell von Dr. Ján Figel eingereicht, dem ehemaligen Sonderbeauftragten der Europäischen Union für Religions- und Weltanschauungsfreiheit und amtierenden Präsidenten des Forums für Religionsfreiheit (FOREF) Europa.

In seiner Begründung verwies Dr. Figel auf Dr. Hans jahrzehntelanges Engagement im interreligiösen Dialog, in der humanitären Zusammenarbeit, bei der Friedenssicherung auf der koreanischen Halbinsel sowie auf ihren Einsatz für den Schutz von Familienwerten als Fundament stabiler Gesellschaften. Die Nominierung rückt ein Lebenswerk erneut ins Rampenlicht, das eng mit den Prioritäten der Vereinten Nationen und der globalen Friedensagenda verknüpft ist.

Hinter diesen öffentlichen Erfolgen steht ein Leben, das von Krieg, Vertreibung und langjähriger öffentlicher Verantwortung geprägt ist. Geboren im heutigen Nordkorea, erlebte Dr. Hak Ja Han während des Koreakrieges Flucht und Vertreibung. Sie gehört einer Generation an, deren Schicksal durch den Konflikt auf der Halbinsel gezeichnet wurde – Erfahrungen, die ihr späteres Streben nach Versöhnung, Familie und menschlicher Würde maßgeblich beeinflussten.

Nach ihrer Heirat mit Rev. Sun Myung Moon folgten Jahrzehnte intensiven internationalen Engagements. Sie reiste weltweit, traf Staatsmänner und Gemeinschaften in allen Regionen der Erde und setzte diese Arbeit nach seinem Tod fort, indem sie die Hauptverantwortung für ein wachsendes Netzwerk von Initiativen übernahm. In ihren Memoiren „Mother of Peace“ schildert sie ihr Leben und ihre öffentliche Mission aus ihrer eigenen Perspektive.

Jahrzehntelange Friedensarbeit an der Seite von Rev. Moon

Ein zentrales Merkmal ihres Wirkens ist die Schaffung von Institutionen, die über punktuelle Ereignisse hinaus Bestand haben. 1992 war sie Mitbegründerin der Frauenföderation für Weltfrieden (WFWP), die sich zu einer globalen Plattform für weibliche Führungskräfte in der Friedensarbeit durch Bildung, humanitäre Hilfe und Gemeindeentwicklung entwickelte. 2005 gründete sie die Universal Peace Federation (UPF) als breites internationales Forum für den Dialog zwischen Politik, Religion, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft.

Über mehrere Jahrzehnte hinweg führte Dr. Han umfangreiche Vortragsreisen durch Asien, Europa, Afrika und Amerika durch. Diese Weltreisen waren keine rein zeremoniellen Auftritte, sondern dienten dem strukturierten Dialog und der Überwindung ideologischer Grenzen.

Bereits 1990 besuchten sie und ihr Ehemann Moskau, um während des historischen Übergangs am Ende des Kalten Krieges mit der sowjetischen Führung zusammenzutreffen. 1991 reiste das Paar nach Pjöngjang zu Gesprächen mit der nordkoreanischen Führung – ein seltener und mutiger Schritt zur direkten Annäherung an einem der tiefsten geopolitischen Gräben der Welt.

Ihre öffentliche Bilanz umfasst zudem symbolträchtige Reden an historisch bedeutsamen Orten: 1993 sprach sie im japanischen Parlament, im Kreml in Moskau, in der Großen Halle des Volkes in Peking, im US-Kapitol in Washington, D.C. sowie bei den Vereinten Nationen in New York.

Zusätzlich unterstützte sie karitative Projekte wie die International Relief Friendship Foundation sowie nachhaltige Entwicklungsprojekte in Südamerika (Jardim-Projekt und Leda-Initiative), die sich auf Ernährungssicherheit und genossenschaftliches Leben im Pantanal konzentrierten.

Strategien für die koreanische Halbinsel

Ein besonderer Schwerpunkt der Nominierung liegt auf ihren Bemühungen um den Frieden in Korea. Dr. Han initiierte bedeutende Gipfeltreffen, darunter die „Rally of Hope“-Serie, die Kanäle für den Austausch zwischen amtierenden und ehemaligen Staatschefs schuf. Die Stiftung des Sunhak-Friedenspreises würdigt zudem Einzelpersonen und Organisationen, die sich für Umweltschutz und Konfliktlösung einsetzen. Zu ihrer Vision gehört auch der Vorschlag eines internationalen Friedensparks in der entmilitarisierten Zone (DMZ) sowie die Planung der „Internationalen Friedensstraße“, die unter anderem einen Tunnel zwischen Korea und Japan sowie eine Verbindung über die Beringstraße vorsieht.

Auch die Kulturdiplomatie spielt eine Rolle: Als Mitbegründerin des Little Angels Children’s Folk Ballet und des Universal Ballet förderte sie den künstlerischen Austausch über ideologische Grenzen hinweg, etwa durch den Auftritt der Little Angels in Pjöngjang im Jahr 1998.

Fortführung des Erbes in Eigenregie

Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2012 leitet Dr. Hak Ja Han diese globalen Initiativen allein. Diese Phase ist geprägt von der Konsolidierung internationaler Programme und der Stärkung von Partnerschaften im Rahmen der Vereinten Nationen. Ihr Führungsstil in dieser Zeit erforderte das Navigieren durch komplexe geopolitische Kontexte und die Wahrung der institutionellen Kontinuität unter externer Beobachtung.

Große Beachtung fanden ihre Auftritte beim „Peace Starts with Me“-Event im Madison Square Garden 2017 sowie ihre Rolle als Schirmherrin bedeutender UPF-Gipfel in Dakar (Senegal), Kathmandu (Nepal), São Paulo (Brasilien) und Johannesburg (Südafrika). In Tirana leitete sie den Friedensgipfel für Südosteuropa, und in Seoul führte sie den „World Summit 2020“ sowie die darauffolgenden Gipfel 2022 und 2023 an.

Ein globales Netzwerk der Zusammenarbeit

Ihre Arbeit basiert auf sektorübergreifenden Partnerschaften, etwa durch die International Association of Parliamentarians for Peace (IAPP). Gleichzeitig hat ihre aktuelle persönliche Situation Aufmerksamkeit in der internationalen Gemeinschaft erregt. Berichten zufolge steht Dr. Han seit längerer Zeit unter Arrest (Detention) – eine Entwicklung, die angesichts ihrer internationalen Rolle besorgte Reaktionen hervorgerufen hat.

Obwohl eine Nominierung noch keine Entscheidung über die Preisvergabe darstellt, dient sie als Reflexionspunkt über Beiträge, die zeitgenössische Friedensansätze prägen. Sie unterstreicht die Relevanz von multilateralem Engagement und ethischer Führung in einer komplexen Welt.

Dr. Tageldin Hamad Präsident, UPF-International 30. März 2026

UPF Co-founder Dr. Hak Ja Han Nominated for Nobel Peace Prize