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Unser Leben in zwei Welten

Am 24. Januar 2013 sprach Dr. Wolfgang Czerny zum Thema : „Unser Leben in zwei Welten“. Zu Beginn seines Vortrags stand ein Erfahrungsbericht:

„ Als Medizinstudent am Anfang meines Studiums musste ich wie alle andern Studenten einen Sezierkurs absolvieren.  Die leblosen Körper betrachtend, wurde mir sehr bewusst, dass das, was das Wesen des Menschen ausmacht,  nicht im Körper zu finden ist.  Die vielen Fragen, die ich an das Leben stellte, versuchte ich erstmals, durch das Erlernen der Mediation zu beantworten. In Yogakursen lernte ich, meinen physischen Körper zu verlassen und mich in meinem geistigen Körper fortzubewegen. Ich entdeckte, dass ich mich durch die Kraft meiner Gedanken fortbewegen konnte: vom Bett an die Zimmerdecke, durch die Tür, in eine unbekannte Stadt, auf einen Berg. Wenn ich jemanden treffen wollte, brauchte ich nur an die Person zu denken, und sie stand vor mir. Bei all diesen Erfahrungen bemerkte ich, dass ich immer noch derselbe war, in meinem Denken und Fühlen, aber auch in meiner  Erscheinung. Dadurch erkannte ich, dass das Leben in der Geistigen Welt im geistigen Körper dem Diesseits sehr ähnelt.

Ich begann, verschiedene Religionen zu erforschen und habe oft stundenlag meditiert. Aber die Fragen, die in meinem Inneren auftauchten, wurden mehr anstatt weniger.  Durch geistige Führung lernte ich das „Göttliche Prinzip“ kennen. Zum ersten Mal  hörte ich eine systematische Erklärung über das Verhältnis zwischen der physischen und der geistigen Welt, und im weiteren Verlauf des Studiums des Göttlichen Prinzips wurden viele meiner Fragen bezüglich der geistigen Welt beantwortet.

In meinem Vortrag heute gehe ich auf einige dieser Prinzipien ein:

Das menschliche Leben beginnt im Mutterleib. Innerhalb der neuen Monate soll der Körper wachsen, um für das Leben auf der Erde reif zu werden. Die Geburt des Kindes passiert, indem es die Fruchtblase verlässt und nach außen gepresst wird. Vom Standpunkt des Kindes aus ist es wie ein Tod: es muss alles verlassen, was es zuvor zum Leben gebraucht hat und und findet sich in einer neuen, unbekannten Umgebung wieder. Anstelle des Wassers ist es jetzt von Luft umgeben. Im Mutterleib wurden die zum Atmen notwendigen Organe vollkommen ausgebildet und sie treten beim ersten Atemzug in Kraft.

Drei-Lebensabschnitte-2Was sollen wir dann während unserer Zeit auf der Erde erreichen, was sollen wir in uns selbst ausbilden? Es gibt viele Ziele, die wir uns im Laufe unseres Lebens stecken:  physichen Komfort, intellektuelles Wissen, Anerkennung. Das, was wir aber am meisten entwickeln sollen, hängt davon ab, was wir in der nächsten, der geistigen Welt, am dringendsten brauchen werden. Das Leben in der geistigen Welt währt ewig. Die Atmosphäre, die uns umgibt, ist Liebe. Es ist die Fähigkeit zu lieben, die es uns in der geistigen Welt ermöglicht, frei zu atmen und zu leben. Deshalb ist es während des Lebens auf der Erde das Wichtgste, die Fähigkeit zu lieben zu entwickeln.

Was sind die wesentlichen Merkmale unserer geistigen Existenz ?

  1. Gott verkörpert die wahre Elternliebe: er ist ewige Eltern aller Menschen, deshalb müssen auch alle Menschen als seine Kinder ewige Existenz haben.
  2. Es gibt drei Lebensabschnitte für den Menschen: im Mutterleib, in der physischen Welt und  in der geistigen Welt. Das irdische Leben hat für den Menschen den Zweck, seine Liebesfähigkeit  zu entwickeln.
  3. Der Mensch hat ein physisches Selbst, das die physischen Funktionen seines Lebens steuert und mit dem physischen Leben endet. Er hat aber auch ein geistiges Selbst, das durch die 5 geistigen Sinne sein geistiges Leben lenkt und ewig existiert. Es entwickelt sich während des Erdenlebens.
  4. Der Mensch steht durch die physischen und geistigen Sinne mit beiden Welten in Beziehung. Er ist das Zentrum des Kosmos.
  5. Wie kann man seine Liebesfähigkeit entwickeln, sein geistiges Wachstum lenken?  Durch gute Handlungen, indem man die Trägheit des Körpers überwindet. Eine Depression entsteht gewöhnlicherweise dadurch, dass kein Wachstum stattfindet. Durch die Überwindung der Selbst-Zentriertheit bekommt der Geist  Energie, die er zum Wachstum braucht. Kinder lernen  mit Freude, auch wenn sie einen Schritt unzählige Male versuchen müssen. Wenn wir uns bewegen, in die Natur gehen, einen Berg bezwingen, das kann uns Anregung sein, Probleme hinter uns zu lassen.

Wie stehen wir unserem eigenen Tod gegenüber? 

Als ich vor einem Jahr eine schwere Krankheit hatte, reflektierte ich über mein Leben  und ich dachte, dass ich noch mehr erreichen möchte auf dieser Welt, bevor ich in die geistige Welt gehe.

Dr. Elisabeth Kübler-Ross hat Leute, die Nahtod-Erlebnisse hatten, nach ihren Erfahrungen befragt. Es gibt gewisse Gemeinsamkeiten der Nahtod-Erfahrungen:

a)      Die Menschen hatten ein Gefühl des Friedens

b)      Sie hörten laute Klänge

c)       Sie bewegten sich durch einen Tunnel

d)      Sie erlebten sich selbst außerhalb ihres Körpers

e)      Zusammetreffen mit anderen Geistwesen und/oder mit einem liebevollen Lichtwesen, das bei Christen Jesus, bei Angehörigen anderer Religionen der jeweilige Religionsgründer/führer war.

f)       Vorüberziehen des gesamten Erdenlebens wie ein Film

g)      Schließlich die Rückkehr in den eigenen Körper.

(Elisabeth Kübler-Ross, Raymond Moody Jr. M.D.: “Leben nach dem Leben”)

Die meisten Menschen, die ein Nahtod-Erlebnis hatten, änderten danach die Richtung ihres Lebens: sie legten mehr Wert darauf, anderen Menschen zu helfen und zu dienen, Beziehungen der Liebe und Zuneigung aufzubauen.

 

Der Zweck unseres irdischen Lebens

Unser irdisches Leben ist die einzigartige Möglichkeit, unser Herz (Essenz unserer Gefühle, unsers Willens und unseres Intellekts) zu entwickeln, was uns dazu befähigt, wahre Liebe zu geben und zu empfangen. Das ideale Umfeld dafür ist die eigene physische Familie, aber auch unsere erweiterte Familie von Freunden, Bekannten, ja eines jeden Menschen, zu dem wir Zugang haben.

Indem wir für andere leben,  wächst auch unsere Sensibilität Gott gegenüber. Wir werden Seine Gegenwart und sein liebendes Herz uns gegenüber wahrnehmen.

 

Wohin gehen wir nach dem Tod? 

Das wird durch die Herzensebene, die wir im physischen Leben erreicht haben, bestimmt. Man sieht sich selbst im Spiegel und geht zu seinesgleichen. Die Ausdrücke „Himmel“ und „Hölle“ beschreiben die zwei Extrempunkte von unzähligen Herzensebenen.

Schließlich kann man das physische Leben mit einem Baum vergleichen, der Früchte bringt. Die „Früchte“ unseres Lebens sind in unserem Herzen „gelagert“: die Liebe, die wir entfalten und praktizieren konnten.

Dr. Wolfgang Czerny

 

 

 

 

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