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Die drei größten Fehler, die die Menschen in ihren Beziehungen der Liebe machen

The three Greatest Mistakes People Make About Love

by Rabbi Benjamin Blech

Sie finden den Artikel hier

Lesen Sie auch die deutsche Übersetzung dieses Artikels:

Die drei größten Fehler, die die Menschen in ihren Beziehungen der Liebe machen

Liebe liegt in der Luft! Erlauben Sie mir daher, meine jüdische Sichtweise darüber darzulegen, was die drei größten Fehler sind, die Menschen machen, wenn es um Liebe geht.

Im Fall, dass Sie sich fragen, was mir das Recht gibt zu glauben, dass ich einige Geheimnisse der Liebe kenne, so sollten Sie wissen, dass ich seit mehr als 56 Jahren glücklich verheiratet bin.

1.      Liebe ist kein Substantiv, sondern ein Verb!

„Ich bin verliebt“ ist passiv, „ich liebe Dich!“ ist aktiv. Das hebräische Wort für Liebe, ahavah, hat den Wortstamm hav (geben), dem das aleph, das „ich werde geben“ bedeutet, vorangestellt ist.

Wahre Liebe ist bei Weitem mehr als ein Gefühl. Liebe ist Tun. Es ist ein Handeln aus Sorge um das Wohlergehen des anderen. Es ist eine Bekräftigung unserer Bereitschaft zu geben.

Wenn Leute mich fragen, wie man wissen kann, ob man wirklich verliebt ist, sage ich ihnen, sie sollen sich selbst eine einfache Frage stellen: Bereitet es ihnen mehr Freude, der anderen Person etwas zu geben, als selbst etwas zu bekommen?

Je mehr wir geben, desto mehr lieben wir.

Rabbi Eliyahu Eliezer Dessler, ein berühmter Rabbi, Talmud-Schüler, Wissenschaftler und jüdischer Philosoph des 20. Jahrhunderts, beobachtete die verblüffende Wahrheit, dass sich die Liebe durch das Geben vermehrt – je mehr wir geben, desto mehr Liebe haben wir. Dadurch erklärt sich auch die besondere Situation, dass Eltern ihre Kinder normalerweise mehr lieben als diese ihre Eltern –  nicht trotz der Tatsache, dass die Eltern mehr für ihre Kinder getan haben als umgekehrt, sondern eben weil sie mehr investiert haben.

In der Welt wird das Geben und Bekommen genau umgekehrt bewertet: die Liebe wird daran gemessen, wie viel wir von jemanden bekommen. Es würde viel mehr Sinn machen, die Tiefe der Liebe daran zu messen, was wir bereit sind, dem anderen zu geben.

Liebe ist ein Verb, das durch unsere Bereitschaft, etwas dafür zu opfern, definiert wird. Erich Fromm sagte: „Unreife Liebe sagt: Ich liebe dich, weil ich dich brauche. Reife Liebe sagt: Ich brauche dich, weil ich dich liebe!“ Für die unreife Person dreht sich alles darum, die persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Für eine reife Person schafft die Liebe das Bedürfnis zu geben, wodurch wir Gottes Liebe für die Welt widerspiegeln. Dieses Erleben efüllt uns wiederum mit einem Vorgeschmack von göttlichem Glück.

2.      Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit

Herr Elie Wiesel entdeckte eine tiefgreifende Wahrheit: „Das Gegenteil von Kunst ist nicht Hässlichkeit, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von von Glauben ist nicht Häresie, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.“

Antonyme (Wörter mit gegenteiliger Bedeutung) helfen uns, die wahre Bedeutung eines Wortes besser zu verstehen. Wir haben festgestellt, dass Liebe ein Verb ist, eine Idee, durch die Gefühle in Taten  umgesetzt werden.

Gehen wir einen Schritt weiter, um den größten Feind der Liebe zu entlarven. Ehen gehen in den meisten Fällen nicht durch „Kriegshandlungen“ zugrunde. Wie Pflanzen, die ohne beständiges Gießen vertrocknen, so verkümmern Ehen, weil die Partner einander die elemantare Aufmerksamkeit nicht schenken, die ein menschliches Wesen braucht, um den angstvollen Zustand der Einsamkeit zu überwinden.

Wir müssen uns daran erinnern, warum Gott ursprünglich eine Partnerin für Adam geschaffen hat. Nach jedem Schöpfungakt, so steht es in der Torah, sah Gott, dass es gut war. Aber dann sagte Gott plötzlich „nicht gut“: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“(Gen. 2:18). Kommentatoren erklärten, dass Gott zurückblickend bemerkte, dass nichts, was er als „gut“ bezeichnet hatte,  dieser Benennung gerecht würde,  wenn man es allein genießen müsste. Durch die Liebe sollten wir fähig werden, die Welt durch die Augen  anderer zu sehen und durch unsere eigenen. Durch die Liebe sollten wir eine Freundschaft erleben, die zwei Menschen zu einem verschmilzt, nicht nur physisch,  sondern auch emotional und spirituell. Die Liebe erlaubt es uns, für jemanden zu sorgen und umsorgt zu werden, zu leben und unser Leben zu teilen, zu träumen und zu wissen, dass unsere innersten Gedanken und Geheimnisse für den anderen wichtig sind.

Wir „ent-lieben“ uns nicht. Wir hören auf Sorge zu tragen und zu teilen, zu kommunizieren und uns zu verbinden, wir hören auf zu verstehen, wie wichtig es ist, sich die Zeit zu nehmen, Momente, die wir zusammen erleben, wertzuschätzen – und dann wundern wir uns, was mit unserer Liebe passiert ist!

Liebe beginnt mit Leidenschaft und gedeiht durch Ausdauer. Wie jedes wichtige Projekt kann man Liebe nicht als etwas Selbstverständliches nehmen. Ständige Arbeit und Anstrengungen sind erforderlich. Und ihr größter Feind ist die Gleichgültigkeit.

Liebende wechseln  nicht plötzlich von Liebe zu Hass. Aber sie wechseln von Liebe zum Gelangweilt-Sein, von Liebe zum Schweigen, von Liebe zu Vernachlässigung und Mangel an Aufmerksamkeit. Eines der tiefsinnigsten Geheimnisse, wie man die Liebe erhält, ist in den berühmten Worten von Arthur Miller’s „Tod eines Kaufmanns“ zu finden: „Man muss aufmerksam sein“.

3.      Liebe soll bedingungslos sein

Die Weisen geben tiefe Einsicht in den Unterschied zwischen vergänglicher und beständiger Liebe: „Liebe, die von Dingen abhängig ist, wird vergehen, wenn die Dinge nicht mehr da sind. Aber  Liebe, die von nichts abhängig ist, hört niemals auf“ (Ethik der Väter, 5:16)

Vergängliche Liebe gründet sich auf ein besonderes Merkmal des geliebten Menschen: Er ist reich. Aber es kann sein, dass er allmählich seinen Reichtum verliert. Er ist sehr männlich. Es kann sein, dass er seine Kraft verliert. Sie ist unbeschreiblich schön. Es kann sein, dass ihre Schönheit vergeht. Wahre Liebe muss ein Fundament der Beständigkeit aufbauen, das die Person als Gesamtes erfasst. Jemanden zu lieben bedeutet, sich sowohl seiner Fehler, als auch seiner besten Eigenschaften bewusst zu sein. Wir sollen nicht lieben wegen einer besonderen Eigenschaft der/des Geliebten, sondern wegen der gesamten Person – wegen diesem menschlichen Wesen,  das sich dir anvertraut hat, und weil du in ihr/ihm die Werte und Ideale wiederfindest, die auch für dich die wertvollsten sind.

Die Weisheit des Talmud besteht darin, uns zu erinnern, dass man niemanden durch eine  einzige Eigenschaft charakterisieren, noch romantisch idealisieren  kann. Wir alle sind einzigartig und eine bemerkenswerte Kombination von vielen verschiedenen Aspekten. So hat es Gott gewollt. Sogar unsere Fehler können, von einem göttlichen Standpunkt aus gesehen, uns zu einer Person hinführen, deren Fähigkeiten und persönliche Eigenschaften uns helfen, uns selbst zu verbessern. Wie die Bibel sagt, schuf Gott die Frau als „Gehilfin“ und als Gegenpol. Nicht identisch, sondern anders. Jeder Partner in einer Liebesbeziehung hat die Möglichkeit, den anderen zu verbessern.

Zusammenfassung

Dauerhafte Liebe nimmt den anderen als Ganzes an. Sie vergibt Fehler und erwartet nichts Unmögliches. Sie findet Erfüllung in dem Wissen, dass das Zusammensein beide zu  besseren Menschen  macht, obwohl einer allein es nicht verdienen würde, nur  wegen einer einzigen Eigenschaft  geliebt zu werden.

Das Ziel der wahren Liebe ist die Ewigkeit. Sie wird durch den Zeitfaktor bestätigt. Sie wird durch die Worte „Ich liebe dich“ bestärkt, die man immer wieder sagt, trotz der Falten im Gesicht, der gebeugten Gestalt, des schlechten Gehörs und der physischen Gebrechen des Alters.

Wahre Liebe ist eine Liebe, die auf die Frage „warum liebst du mich?“ immer die Antwort geben wird: „Weil du es bist!“

 

Rabbi Benjamin Blech, a frequent contributor to Aish, is a Professor of Talmud at Yeshiva University and an internationally recognized educator, religious leader, and lecturer. Author of 14 highly acclaimed books with combined sales of over a half million copies, his newest, The World From A Spiritual Perspective, is a collection of over 100 of his best Aish articles. See his website at www.benjaminblech.com.

 

 

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