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Eine Welt der wahren Liebe errichten

Eine Einführung in „Das Göttliche Prinzip“

Vor dem Beginn des neuen Jahrtausends gab es viele Spekulationen und Erwartungen, was im Jahr 2000 geschehen würde. Einige glaubten, das Ende der Zeit würde kommen und der Weltuntergang stünde bevor. Andere sagten den Anbruch eines neuen Zeitalters des Friedens und Wohlstands für alle voraus.

Die Frage, die wir uns stellen sollten, lautet: Sind wir ungeachtet des technologischen Fortschritts und des materiellen Überflusses bessere und glücklichere Menschen geworden? Sind wir liebevoller, fürsorglicher und verantwortungsvoller geworden? Die Antwort ist leider nein. Technologien ermöglichen es uns, Waren in größerer Zahl und besserer Qualität zu produzieren, aber sie konnten das Zusammenleben unserer Familien und unserer Gesellschaft nicht verbessern. Obwohl sich unser Wissen über die physische Welt gewaltig vergrößert hat, wissen wir weiterhin nicht viel über die geistige Dimension des Lebens. Unverständnis, Misstrauen und Hass, die Menschen, Nationen und Rassen voneinander trennen, bestehen noch immer.

Die Folge davon ist, dass die Welt weiterhin von Problemen heimgesucht wird, die unlösbar scheinen: Krieg, Hunger, Umweltverschmutzung, Drogenmissbrauch, AIDS, der Zusammenbruch von Familien, Verbrechen und Selbstmord. Wer hat die Lösungen für all diese Probleme?

Regierungseinrichtungen haben sicherlich nicht die Antworten und von ihnen können wir sie auch nicht erwarten. Die endgültige Lösung wird auch nicht in wissenschaftlichen Instituten oder Laboratorien gefunden werden. Die etablierten religiösen Institutionen sind trotz ihres Einsatzes und ihrer langjährigen Tradition nicht in der Lage, eine Wende herbeizuführen. Stattdessen ist ihre moralische Autorität ernsthaft in Frage gestellt worden.

Wir brauchen einen neuen Ausdruck der Wahrheit

Eine tiefere Analyse der Probleme in unserer Gesellschaft zeigt, dass sie nicht neu sind. Tatsache ist, dass das Versagen unseres modernen Lebensstils das Resultat einer tieferliegenden Ursache ist, die man bis zu den Anfängen der Menschheit zurückverfolgen kann.

Die ganze Geschichte hindurch haben Menschen nach wahrer Freude und wahrem Glück gestrebt, sich jedoch Einstellungen und Verhaltensweisen angeeignet, die stattdessen zu Unglück und großem Elend führten. Wie kommt es, dass die Menschen sich zwar immer nach Frieden und Brüderlichkeit gesehnt, aber dennoch so viele Konflikte und Leid verursacht haben? Sind Liebe und Hass, Gut und Böse dazu bestimmt, für immer nebeneinander zu existieren, wie manche es glauben, was bedeuten würde, dass dauerhafter Frieden und Harmonie niemals erreicht werden könnten? Wenn die Welt von einem liebenden Gott geschaffen wurde, warum existiert dann so viel Leid?

Diese und viele andere schwierige Fragen berühren den Kern unseres Wesens: Was ist der Zweck unseres Lebens? Was ist unser Ursprung und was unsere Bestimmung? Existiert Gott, und wenn ja, wie können wir Gott verstehen? Die Menschheit hat nach Antworten auf diese Fragen gesucht: einmal mit Hilfe der Religion, einem geistigen, inneren Weg, und zum anderen durch die Wissenschaft, die sich mit der äußeren Welt beschäftigt. Religion und Wissenschaft müssen jedoch in Harmonie gebracht werden durch ein tieferes Verständnis von Wahrheit, die die geistigen und materiellen Aspekte des Lebens widerspruchsfrei erklären kann.

Um einen wirklichen Einfluss auf diese Welt zu haben, sollte dieses tiefere Verständnis von Wahrheit auch die Unstimmigkeiten innerhalb und zwischen den Religionen beseitigen und eine Grundlage für die Versöhnung zwischen Religionen und Kulturen schaffen. Die großen Religionen, die sich auf Lehren aus fernen Zeiten gründen, sagen dem Intellekt der Menschen der modernen Zeit oft nicht mehr zu. Insbesondere muss der neue Ausdruck der Wahrheit die Bedeutung der Bibel und der Heiligen Schriften anderer Religionen verdeutlichen und somit den Weg ebnen, dass die Weltreligionen ihre inneren Kämpfe überwinden und zur treibenden Kraft für den Weltfrieden werden.

Des Weiteren muss die wahre Natur Gottes offenbart werden, damit wir Gott sowohl mit unserem Intellekt als auch mit unserem Herzen verstehen können. Die Kraft des Gewissens sollte so stark werden, dass sie die Menschen zu einem Leben des Guten führt. Die neue Wahrheit sollte auch den Ursprung des Widerspruchs im menschlichen Herzen aufdecken und uns zeigen, wie wir den Konflikt zwischen Geist und Körper lösen können. Wenn wir Frieden in uns selbst als Individuen finden, dann wird Frieden innerhalb von Familien, Gesellschaften, Nationen und in der Welt ebenfalls Wirklichkeit werden können.

Dieses Büchlein dient dem Zweck, diese neue und revolutionäre Lehre vorzustellen. Sie wird als Das Göttliche Prinzip bezeichnet und gründet sich auf die Lehren von Reverend Dr. Sun Myung Moon, dem Gründer der weltweiten Tongil-gyo Vereinigungsbewegung. Das Göttliche Prinzip ist das Ergebnis von Inspiration, Gebet, dem Studium von religiösen Schriften und persönlicher Lebenserfahrung. Viele Tränen und intensives Leid waren Teil des Preises, um ein solch tiefes Verständnis zu erlangen.

Im Göttlichen Prinzip gibt es drei Hauptteile: Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Wesen Gottes und warum Er die Menschen und das Universum erschaffen hat. Der zweite Teil erklärt, warum Gottes Ideal nicht Realität wurde und wie das Böse in diese Welt kam. Der dritte Teil zeigt auf, wie Gott die Geschichte hindurch daran gearbeitet hat, die Menschheit wiederherzustellen und Seine ideale Welt der wahren Liebe zu errichten.

1. Der Zweck des Lebens

Der Mensch und das Universum: Ein Spiegelbild Gottes

Harmonie, Präzision und Ordnung sind in der Natur und im gesamten Kosmos klar ersichtlich. Seit Millionen von Jahren haben sich die Zyklen des Lebens in der Natur und im Universum mit bemerkenswerter Stetigkeit wiederholt. Es kann nicht sein, dass dieses fantastische Universum das Resultat eines Zufalls ist. Alles, was existiert, sogar die kleinsten Partikel und Zellen, haben eine Bedeutung und einen Zweck. Zum Beispiel hat jeder Teil des menschlichen Körpers eine bestimmte spezifische Funktion und steht in Beziehung zu anderen Körperteilen, um den höheren Zweck – das Leben zu erhalten – zu erfüllen. Es muss einen Ursprung des universalen Zwecks und Plans geben, eine erste Ursache, die allem einen Zweck gibt und die Harmonie des Universums aufrecht erhält. Wir nennen diese erste Ursache Gott.

Die Geschichte hindurch hat die Menschheit versucht, diese erste Ursache zu verstehen. Religionen entstanden und gaben Anleitungen, wie man sich mit dieser Quelle verbinden kann. Drei der großen Weltreligionen – Judentum, Christentum und Islam – lehren, dass Gott (Jahwe, Allah) unser Schöpfer ist und dass Er ein Wesen der Liebe ist. Beschäftigen wir uns kurz damit.

Wie können wir etwas über unseren Schöpfer in Erfahrung bringen, wenn Gott doch unsichtbar und immateriell und daher direkten wissenschaftlichen Forschungen unzugänglich ist? Gemäß den Heiligen Schriften vieler Religionen kann das Wesen Gottes verstanden werden, indem wir die von Ihm geschaffene Welt, die uns umgibt, untersuchen. In der Bibel heißt es: „Seit der Erschaffung der Welt kann Sein unsichtbares Wesen, Seine ewige Kraft und Gottheit, erkannt werden an den Werken Seiner Schöpfung.“ (Röm 1,20) Konfuzius sagte in seiner poetischen Weise: „Die Macht der geistigen Kräfte im Universum – wie aktiv sie doch überall ist! Unsichtbar für die Augen und ungreifbar für die Sinne, wohnt sie doch in allen Dingen.“ (Doktrin des Mittelwertes 16)

Wie die Gemälde eines Künstlers etwas über seine Persönlichkeit aussagen und wie das äußere Erscheinungsbild einer Person etwas über ihren Charakter offenbart, so spiegelt sich auch das Wesen Gottes in den Dingen wider, die Er geschaffen hat. Das lässt sich aus der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung ableiten. Könnte eine chaotische Ursache ein harmonisches Universum hervorbringen? Könnte ein herzloser Gott eine Welt schaffen, die voller Liebe und Schönheit ist? Das würde aller Logik widersprechen. Deshalb können wir etwas über die Ursache, Gott, erfahren, indem wir die Wirkung, Seine Schöpfung, studieren.

Die Elternschaft Gottes

Welche universalen Eigenschaften finden sich in der geschaffenen Welt? Eine gemeinsame Eigenschaft ist, dass alle Wesen die Aspekte von männlich und weiblich oder – wie in der Welt der Mineralien – von positiv und negativ besitzen. Diese Paar-Eigenschaften werden Polare Wesenszüge genannt. Männer und Frauen, männliche und weibliche Tiere, Staubgefäße und Stempel in der Pflanzenwelt, sie alle sind Beispiele für das Paarsystem. Auf der Ebene der Mineralien entdecken wir Polaritäten wie Protonen und Elektronen, Kationen und Anionen, positive und negative Ladungen. Die Welt ist in einer solchen Weise geschaffen, dass alles durch die wechselseitige Beziehung des Gebens und Empfangens zwischen männlich und weiblich und positiv und negativ existiert und sich vermehrt.

Was sagt uns das über Gott? Wenn diese Polaren Wesenszüge im ganzen Universum existieren, dann ist Gott, der die Ursache ist, nicht der Ursprung der Maskulinität, sondern auch der Femininität. Woher sollte denn der feminine Aspekt alles Lebens stammen, wenn nicht ebenfalls vom Schöpfer des Universums ? Mann und Frau sind also in gleicher Weise essentielle Ausdrucksformen Gottes. Die höchste menschliche Ausdrucksform des Herzens und der Persönlichkeit Gottes besteht in Mann und Frau. Einige Religionen nennen Gott unseren Himmlischen Vater. Aber da Gott auch der Ursprung des Femininen ist, muss Er auch mütterliche Charakterzüge haben. Gott ist ursprüngliche Eltern (Vater und Mutter) der Menschheit und wir Menschen sind Seine Kinder.

In Gott befinden sich Maskulinität und Femininität in vollkommener Harmonie. Auch in der Schöpfung treffen wir maskulin und feminin und positiv und negativ in Harmonie miteinander an, verwirklicht durch Myriaden von Beziehungen des Gebens und Empfangens. Zum Beispiel erhält der menschliche Körper durch den Vorgang des Gebens und Empfangens zwischen Arterien und Venen und das Aus- und Einatmen seine Existenz aufrecht. Pflanzen und Tiere erhalten die Funktionen ihrer Existenz durch das Geben und Empfangen zwischen ihren verschiedenen Organen und Systemen aufrecht. Materielle Dinge entstehen und bewahren ihre Existenz durch physikalisch-chemische Reaktionen auf der Grundlage des Vorgangs des Gebens und Empfangens zwischen Partikeln, Atomen und Molekülen. Und wir erkennen, dass sogar das Sonnensystem durch die Wechselbeziehung des Gebens und Empfangens zwischen der Sonne und den um sie kreisenden Planeten existiert.

Es gibt eine zweite Polarität, die allen geschaffenen Wesen gemeinsam ist: Alles hat eine äußere Form und einen inneren Charakter, der den Zweck und den Wert der Form bestimmt. Wir erkennen, dass auf jeder Ebene der Existenz Vernunft und Gesetzmäßigkeit das Verhalten der Energie bestimmen. Teilchen, Atome und Moleküle bestehen aus Energie, werden aber von den unsichtbaren Gesetzen der Natur geleitet. Pflanzen bestehen aus Zellen, werden aber von ihrem inneren Wesen, dem „pflanzlichen Gemüt“ geleitet, das die physiologischen Funktionen der Pflanze bestimmt. Man hat auch erkannt, dass Pflanzen eine gewisse Sensibilität für ihre Umgebung aufweisen und auf Musik und menschliche Emotionen reagieren. Tiere haben einen Körper und werden von ihren Instinkten geleitet.

Der Mensch hat auch einen Körper, der aus Zellen besteht, aber zusätzlich besitzt er einen einzigartigen menschlichen Geist, der es ihm ermöglicht, auf seine besondere Weise zu denken und zu fühlen.

Da alles, was Gott erschuf, eine äußere Form und einen inneren Charakter hat, muss auch Er selbst einen inneren und äußeren Aspekt haben. Den äußeren Aspekt Gottes nennen wir die Universale Ursprungsenergie, die die Ursache jeglicher physikalischen Energie darstellt (z. B. Sonnen- und elektrische Energie, Erdanziehungskraft, Magnetismus etc.) und demzufolge die Ursache aller Materie ist. Gottes Universale Ursprungsenergie schafft, entwickelt und erhält den Kosmos.

Der innere Aspekt Gottes hat mit Persönlichkeit zu tun – Motivation, Zweck und Identität. Um dies zu verstehen, müssen wir die Menschen betrachten, die nicht nur die komplexesten und am höchsten entwickelten Geschöpfe sind, sondern auch die größte Eigenwahrnehmung besitzen.

Die Hauptattribute des menschlichen Gemüts sind Gefühl, Intellekt und Wille. Wir sind mit der Fähigkeit ausgestattet, selbstlos zu lieben, und mit dem Impuls, nach Wahrheit und dem Guten zu streben. Wir schätzen die Schönheit der Natur. Wir sind glücklich über die Geburt eines Babys. Wir erfreuen uns an Musik und Tanz und lieben es, unsere eigene Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Wir streben nach Wissen und Weisheit. Unser Gewissen drängt uns, Gutes zu tun und Böses zurückzuweisen. Jeder träumt von einer Welt des Friedens und der Harmonie.

Woher kommen diese gemeinsamen Qualitäten und Bestrebungen? Wir können nicht behaupten, dass sie von uns selbst stammen; es muss eine bereits vorhandene Quelle geben: unseren Schöpfer. Gott ist die Quelle der Werte, die wir alle schätzen: Liebe, Wahrheit, Schönheit und das Gute. Die Kraft Gottes ist immer von Vernunft und Prinzip geleitet, wird jedoch vor allem von Seinem Impuls zu lieben ausgedrückt. Das Herz ist der Kern des Wesens Gottes. Aus dem Herzen kommt der Impuls zu lieben und nach einem Objekt zu suchen, das man lieben und um das man sich kümmern kann. Gott fühlt Freude, wenn Er ein Objekt, das Er geschaffen hat, lieben kann. Die Schönheit der Schöpfung ist ein Ausdruck Seiner unendlichen Liebe zu uns. Gott liebt jeden Einzelnen von uns und Er freut sich, wenn wir Seine Liebe erwidern und vermehren, indem wir andere lieben.

Das Leiden Gottes

Freude entsteht nicht durch einen einzelnen Menschen allein, sondern durch die Beziehung zu einem substantiellen Objekt, das unser eigenes Wesen widerspiegelt. Eine Künstlerin fühlt Freude, wenn sie fähig ist, sich in ihrem Kunstwerk auszudrücken. Ein Architekt empfindet Freude, wenn er die Vollendung seines Bauwerkes sieht. Das ist deshalb so, weil das Geschaffene den unsichtbaren Charakter seines Schöpfers widerspiegelt. Wir sehen uns selbst reflektiert in dem, was wir schaffen. Das ist auch ein Wesenszug Gottes.

Gott fühlt Freude, wenn Er sich in Seiner Schöpfung reflektiert sieht. Deshalb möchte Gott Seine Liebe und Sein Ideal in einem substantiellen Objekt ausgedrückt sehen. Gott hat die Macht zu lieben, aber Er braucht jemanden, dem er Seine Liebe schenken kann, sonst kann Sein Herz nicht erfüllt sein. Wir, als Gottes Kinder, sind Seine höchste Schöpfung, geboren mit der Fähigkeit, Seine Liebe zu empfangen und Ihm zurückzugeben.

Religiöse Schriften betrachten den Menschen als ein besonderes Geschöpf Gottes. Zum Beispiel erklärt die Bibel, dass der Mensch zum Bilde Gottes geschaffen wurde. Im Koran sagt Allah: „Ich habe von meinem Geist dem Menschen eingehaucht.“ (Koran 15:29). Und eine konfuzianische Textstelle bestätigt: „Der edle Mensch widerspiegelt in seiner Persönlichkeit den Glanz der Tugenden des Himmels.“ (I Ching 35, Der Fortschritt)

Die höchste Freude ist die, die Eltern durch ihre Kinder empfinden. Alle inneren und äußeren Wesenszüge der Eltern sind in den Kindern reflektiert. Des Weiteren hat ein Kind das Potential, die Qualitäten der Eltern auf neue Ebenen zu bringen. Alle Eltern sind stolz, wenn sie ihre Kinder zu erfolgreichen Persönlichkeiten heranwachsen sehen. In der Tat wünschen sie sich, dass ihre Kinder noch größer und glücklicher werden als sie selbst. Dies genau ist auch das Herz Gottes uns gegenüber.

In Wirklichkeit waren die Menschen jedoch nie dazu fähig, Gottes Liebe vollständig zu erwidern. Wir sind dazu bestimmt, Objekt der Liebe Gottes zu sein, aber in der Realität sind wir von Gott, unseren Eltern, getrennt. Wir sind keine wahre Reflexion unseres Schöpfers. Stattdessen verkörpern wir egoistische Liebe, die mit Gottes selbstloser, aufopferungsvoller Liebe unvereinbar ist. Gottes unendliche Liebe bleibt unerwidert. Er fühlt sich allein in Seiner eigenen Schöpfung. Gott als unsere Eltern leidet mehr als wir, wenn Er den bedauernswerten Zustand der Menschen sieht.

Traditionell wurde Gott oft als ein Wesen mit Autorität, Allmacht und Barmherzigkeit beschrieben, aber Sein leidendes Herz wurde nie ganz verstanden. Wir waren wie Kinder, die mit Ehrfurcht zu ihren Eltern aufschauen, aber die Sorgen ihrer Eltern nicht erkennen. Wenn wir geistig heranreifen, können wir das leidende Herz Gottes begreifen. Durch Gebet und Reflektion hat jeder von uns das Potential, das Herz Gottes, Seine Einsamkeit und Seinen Kummer wegen des Verlustes Seiner Kinder zu entdecken und Seine Sehnsucht nach Vereinigung mit jedem Einzelnen von uns zu spüren.

Die menschliche Geschichte bis zum heutigen Tag ist die Geschichte von Gottes Bemühungen, uns zu helfen, uns zu verändern und unsere Beziehung zu Ihm wiederherzustellen. Gott ist kein grausamer Richter, der herzlos zuschaut, wie wir leiden, und der auf den rechten Augenblick wartet, um jeden von uns wegen unserer Fehler und Schwächen zu richten. Er ist vielmehr Eltern mit einem gebrochenen Herzen, der versucht, uns aufzuzeigen, wie wir uns aus unserem Elend befreien können. Leider haben wir uns fast immer geweigert, Ihm zuzuhören, und wenn wir zuhörten, haben wir Ihn oft nicht richtig verstanden.

Heute sind wir herausgefordert, die Hindernisse der Vergangenheit zu überwinden und unser Potential zu entfalten, damit sowohl Gott als auch wir selbst glücklich werden können. Deshalb müssen wir das Ideal verstehen, das Gott für Mann und Frau vorgesehen hat. Durch das Erfüllen unseres wahren Zwecks werden wir ewige Freude erfahren und Gott Freude bringen.

Der Zweck des Lebens: Die Vollendung der Liebe

Gemäß der Bibel gab Gott den ersten Menschen drei Segen: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch. (Gen 1,28)

Der erste Segen „Seid fruchtbar“ bedeutet, dass wir unseren Charakter vervollkommnen oder zur Reife führen sollen. Ein Baum ist fruchtbar, wenn er wächst und gedeiht und dann Früchte trägt. In ähnlicher Weise ist ein Mensch „fruchtbar“, der geistig, intellektuell und emotional reif ist und Früchte der Liebe, der Weisheit und des Guten trägt. Ein solcher Mensch verkörpert Gottes Wesen und Herz. Eine völlig reife Person hat eine solch tiefe Beziehung zu Gott, dass sie fähig ist, die Freude oder den Kummer Gottes zu fühlen und mit Ihm frei zu kommunizieren. Ein solcher Mensch lebt und handelt auf natürliche Weise im Einklang mit dem Willen Gottes.

In seinem ursprünglichen Ideal wollte Gott, dass jeder die Vervollkommnung der Liebe erlangt und fähig ist, jeden Menschen und die Schöpfung wahr und bedingungslos zu lieben.

Jesus sagte: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. …  Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“ (Mt 5,44 und 48)

Jesus verkörperte Gottes wahre Liebe: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ (Joh 14,9) Wahre Liebe bedeutet ein opferbereites Leben zum Wohl anderer. In einer idealen Beziehung wird Opferbereitschaft belohnt, da die Person, die wahre Liebe erhält, sie auf natürliche Weise erwidert. Wahre Liebe wirkt wie ein Magnet; sie zieht andere an und erweckt in ihnen auch wahre Liebe. Die großen Heiligen und Weisen der Welt wie auch unzählige namenlose rechtschaffene Männer und Frauen wurden von einer viel größeren Kraft als ihrer eigenen geleitet: von der Kraft der Liebe Gottes, die sie dazu bewegte, sich selbst zurückzustellen und für das Wohl anderer zu leben.

Unser angeborenes Sehnen nach Vollkommenheit drückt sich auch darin aus, dass jeder Mensch den Wunsch hat, der Größte, der Beste und der Klügste zu sein. Jeder möchte einen idealen Ehepartner heiraten und die wunderbarsten Kinder der Welt haben.

Gleichzeitig erkennen wir unsere eigene Unvollkommenheit, wenn wir die Kluft erleben, die zwischen unseren Wünschen und unserer Wirklichkeit existiert. So werden sich viele von uns mit dem Konflikt identifizieren, den der Apostel Paulus beschreibt: „Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.“ (Röm 7,19) Wir fühlen uns hin- und hergerissen zwischen dem, was uns unser Gewissen sagt, und dem, wozu uns unsere egoistische selbstbezogene Natur drängt. Wir empfinden Schuld oder Scham, wenn wir Dinge tun, die in Konflikt mit unserem Gewissen stehen.

Vervollkommnung ist unmöglich, solange der innere Widerspruch bestehen bleibt

Auch wenn die Menschheit in geistige Unwissenheit gefallen ist, hat Gott Sein ursprüngliches Ideal, dass jeder Mensch die Vollendung der Liebe erreicht, nie aufgegeben. Mit Gottes Hilfe und durch unsere eigenen Anstrengungen werden wir schließlich dieses Potential verwirklichen und das ursprüngliche Glück und grenzenlose Freude erlangen, wonach sich Männer und Frauen die ganze Geschichte hindurch gesehnt haben.

Der zweite Segen Gottes für die ersten Menschen lautet: „Vermehrt euch.“ Dies sollte auf der Grundlage persönlicher Reife geschehen. Gott wollte, dass ein wahrer Mann und eine wahre Frau heiraten und zusammen sündenlose Kinder aufziehen. Kinder, die von ihren in Liebe und Charakter gereiften Eltern aufgezogen werden, würden sich dann ebenfalls zu wahren Männern und Frauen entwickeln. Diese Kinder würden heranwachsen und den väterlichen Aspekt der Liebe Gottes durch ihren Vater und den mütterlichen Aspekt der Liebe Gottes durch ihre Mutter erfahren.

Gab es in der Geschichte jemals eine solche Familie? Nein, nicht wirklich. Tragischerweise versagten die ersten menschlichen Vorfahren, in den Heiligen Schriften mit Adam und Eva bezeichnet, darin, eine ideale Familie zu errichten. Anstatt das Gute und die Liebe durch ihre Nachkommen zu vermehren, wurden Selbstsucht und Korruption vermehrt. Deshalb haben wir nie wahre Eltern erlebt, die Kinder ohne Sünde aufziehen und eine sündenlose Erblinie etablieren konnten. Seit dem Beginn der Geschichte gab es zu keinem Zeitpunkt wahre Eltern, die die Liebe Gottes vollkommen verkörpern.

Von wahren Eltern kann sich eine wahre Familie, Gesellschaft, Nation und eine wahre Welt entwickeln, in der die Kinder die Liebe Gottes als eine tägliche Realität erleben. In einer wahren Familie kann die Liebe Gottes auf allen Ebenen erblühen: zwischen Eltern und Kindern (Eltern- und Kindesliebe), zwischen Ehemann und Ehefrau (eheliche Liebe) und unter den Kindern (Geschwisterliebe). Wenn die Mitglieder einer auf Gott ausgerichteten Familie diese Arten der Liebe in ihrem eigenen Zuhause praktizieren, dann wird ihre Familie zu einem Modell für ihre Nachbarn, ihre Gemeinde, ihr Land und für die ganze Menschheitsfamilie. Diese Familie würde zu nichts anderem als zum Reich Gottes auf Erden führen.

Die Stärke der Gesellschaft liegt in der Stärke ihrer Familien. Wenn wir keine gesunden Familien haben, können wir auch keine gesunde Gesellschaft errichten. Wenn eine Gesellschaft die Unverletzlichkeit der traditionellen Familie – ihr grundlegendes Fundament – verliert, wird sie zunehmend zügelloses Sexualverhalten und Zerfallserscheinungen erleben. Eine solche Gesellschaft geht unausweichlich ihrem Untergang entgegen. Kinder sind die Hauptopfer von sexueller Deviation und zerrütteten Familien. Dabei sind es doch gerade sie, die die Zukunft unserer Gesellschaft, unserer Nationen und der Welt bestimmen werden.

Die Bibel lehrt uns: „Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. … Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.“ (Röm 8,19 und 22)

Gott wollte, dass die ersten menschlichen Vorfahren die Drei Großen Segen erfüllen und dadurch das Reich Gottes auf Erden errichten. Das war Gottes Plan für die Verwirklichung einer Welt der wahren Liebe. In einer solchen Welt sollte es keinerlei destruktiven Konflikte oder Korruption geben. Alle Menschen würden harmonisch als eine große Familie zusammenleben. Viele Menschen sind der Meinung, dass es unmöglich ist, solch eine ideale Welt zu verwirklichen. Aber warum sollte das nicht möglich sein? Ist es nicht eher so, dass Gott, mit Seiner Kraft, die Welt zu erschaffen, auch dazu fähig und entschlossen ist, Sein ursprüngliches Ideal zu erfüllen?

Gott als Eltern der Menschheit hat durch verschiedene Religionen gewirkt, um Seine Kinder vom Bösen und von der Selbstsucht zu befreien. Gott hat jedoch die Menschen nicht als Roboter oder Marionetten geschaffen, die man durch das Drücken einiger Knöpfe oder durch das Ziehen von Fäden steuern kann. Nein, Er schuf uns mit einem eigenen Willen. Deshalb braucht Er unser freiwilliges Mitwirken. Gott ist dazu entschlossen, Sein Ideal zu verwirklichen, aber die Erfüllung Seines Ideals hängt davon ab, wie schnell und vollständig jeder Einzelne fähig ist, auf Gottes Wort zu reagieren.

Verantwortung und Freiheit

Die Tatsache, dass die Erschaffung des Kosmos Millionen von Jahren gedauert hat, bedeutet, dass für das Entstehen aller Dinge eine Zeitperiode notwendig ist. Nichts wurde in einem Augenblick zu dem, was es ist. Eine blühende Pflanze beginnt ihre Existenz als Same und erreicht ihre Vollendung oder Reife, wenn sie ihre volle Größe erreicht hat und Blüten und neue Samen für eine nächste Generation hervorbringt. Auch der Mensch braucht eine gewisse Zeit, um körperlich und geistig zu wachsen.

Idealerweise sollten sich Geist und Körper eines Menschen in Harmonie miteinander entwickeln, so dass er beim Eintritt ins Erwachsenenalter nicht nur seine körperliche, sondern auch seine geistige Reife erlangt hat. Der menschliche Körper wächst bei guter Nahrung und Pflege gemäß seinen genetischen Erbanlagen automatisch zur Reife. Das geistige Wachstum jedoch ist eine andere Sache. Es bedarf in besonderer Weise der Mitwirkung des Menschen, seiner Kreativität und der Erfüllung seiner eigenen Verantwortung.

Gott hat uns den freien Willen und ein ursprüngliches Gemüt gegeben, das nach dem Guten und Selbstlosigkeit strebt. Im Unterschied zu Pflanzen und Tieren, bei denen das Wachstum von den Naturgesetzen gesteuert und kontrolliert wird, vervollkommnen sich die Menschen nicht nur durch die Prinzipien des biologischen Wachstums, sondern auch durch das Erfüllen ihrer eigenen Verantwortung.

Warum gab Gott nur den Menschen eine solche Verantwortung und nicht auch anderen Kreaturen? Erstens wollte Gott, dass die Menschen, Seine Kinder, die Schöpfung mit verantwortungsvoller Liebe regieren. Um uns diese Autorität zu geben, musste Gott die Menschen über alle anderen Kreaturen stellen, indem Er uns eine Verantwortung übertrug, die kein anderes Wesen besitzt. Zweitens wollte Gott uns das einzigartige Privileg geben, an der Schöpfung und Entwicklung unserer eigenen Persönlichkeit mitzuwirken. Daher sind wir Mitschöpfer und sollen Gottes Schöpferkraft erben. Drittens, damit wir fähig sind zu lieben. Liebe, die nicht frei aus unserem Herzen kommt, ist keine wahre Liebe.

Aber wenn wir Freiheit besitzen, haben wir auch die Möglichkeit, sie zu missbrauchen. Deshalb hat Gott Mann und Frau eine Leitlinie, ausgedrückt im Gebot an Adam und Eva, gegeben, damit sie während der Phase ihres Wachstums zur Reife im Bereich des Göttlichen Prinzips bleiben würden. Die Einhaltung des Gebots war ihre Verantwortung.

Wenn Mann und Frau die Vervollkommnung ihrer Persönlichkeit erreichen, haben sie ein solch liebendes und diszipliniertes Wesen und eine solch tiefe Liebe zu Gott, dass sie Gott niemals betrügen könnten. Deshalb kann eine Person in einer dem Göttlichen Prinzip widersprechenden Weise nur handeln, bevor sie Vollkommenheit erreicht hat und sich noch in einem unreifen geistigen Zustand befindet. Genau das passierte mit den ersten menschlichen Vorfahren. Sie missbrauchten ihre von Gott gegebene Freiheit, während sie sich noch in ihrer Wachstumsphase zur Vollkommenheit befanden.

In unserer heutigen Gesellschaft wird Freiheit betont, während Verantwortung heruntergespielt wird. Das Ergebnis dieses Ungleichgewichts zeigt sich überall um uns herum: Kriminalität hat ein schlimmes Ausmaß erreicht und Unmoral nimmt überhand. Das führt wiederum zu einem Klima von Angst und Misstrauen, das die Freiheit der Menschen wesentlich einschränkt. Die Lösung für alle sozialen Probleme beginnt damit, dass Individuen lernen, ihre Verantwortungen genauso wertzuschätzen wie ihre Freiheiten. 

Wohin gehen wir, wenn wir sterben?

Viele glauben an die eine oder andere Art eines Lebens nach dem Tod, jedoch verstehen die meisten Menschen nicht, dass wir bereits während unseres physischen Lebens gleichzeitig in zwei Bereichen existieren – in einem materiellen und einem geistigen. Gott hat jeden Menschen mit einem physischen Selbst und einem geistigen Selbst geschaffen.

So wie die physische Welt die Umgebung für unser physisches Selbst darstellt, so ist die geistige Welt die Umgebung für unser geistiges Selbst. Aber während unser Aufenthalt auf dieser Erde zeitlich begrenzt ist, leben wir in der geistigen Welt ewig.

Gott als universale Eltern und Quelle der Liebe schuf uns als Seine Kinder, die Seine Liebe für alle Ewigkeit empfangen sollen. Durch das physische Leben auf der Erde, ausgerichtet auf die Familie, erfahren wir alle Arten von Liebe. Auf diese Weise schaffen wir in uns selbst die Grundlage für diese sich ständig entwickelnde Beziehung zu Gott. Wenn wir einmal den Zweck unseres Lebens auf der Erde erfüllt haben, ist die Verbindung mit dem Körper nicht länger unentbehrlich. Alle physischen Körper unterliegen einem natürlichen Alterungsprozess und vergehen. Das ist der Grund, warum Gott nicht nur eine physische, sondern auch eine geistige Welt schuf.

In Gottes ursprünglichem Ideal sollten wir auf der Erde fähig sein, durch unsere fünf geistigen Sinne mit der geistigen Welt in Beziehung zu treten, so wie wir mit unseren fünf physischen Sinnen die physische Welt wahrnehmen. Aber weil wir uns von Gott getrennt haben und die geistige Reife nicht erlangen konnten, wurden unsere geistigen Sinne so beeinträchtigt, dass wir in Unwissenheit über die geistige Welt leben.

Heutzutage kommen die vielleicht dramatischsten Zeugnisse über die Existenz der geistigen Dimension von Personen, die eine so genannte „Nahtoderfahrung“ hatten. Viele dieser Menschen, die von Ärzten für klinisch tot erklärt worden waren, aber später wiederbelebt wurden, erinnern sich an bemerkenswert ähnliche Erfahrungen während ihres „Totseins“. In Büchern wie dem von Dr. Raymond Moody „Das Leben nach dem Tod“ berichten solche Menschen, dass sie, nachdem sie „gestorben waren“, außerhalb ihres Körpers schwebten und ihren Körper aus der Entfernung sehen konnten. Andere Geistwesen kamen, um ihnen zu helfen, und sie erkannten sie oft als Freunde oder Verwandte, die schon früher verstorben waren.

Viele Menschen hatten begrenzte Erfahrungen mit der „jenseitigen“ Welt, wenn es ihnen möglich war, über ihre physische Wahrnehmung hinaus bestimmte Dinge zu sehen oder zu spüren. In einigen Fällen konnten Menschen direkt mit dem Geist von Verstorbenen kommunizieren. In seinem Buch „Das Leben in der unsichtbaren Welt“ schreibt der Autor Anthony Borgia über seine Kommunikation mit einem verstorbenen anglikanischen Priester. Der Priester beschreibt seine Erfahrungen nach dem Tod und berichtet, dass die geistige Welt in vielerlei Hinsicht so wie die physische Welt erscheint, mit Bergen, Bäumen und Blumen. Aber die Bewohner, so berichtet er, leben auf unterschiedlichen Ebenen entsprechend dem Grad der geistigen Reife, die sie während ihres Erdenlebens erreicht hatten.

Andere Personen mit direktem Kontakt zur geistigen Welt haben ebenfalls von den verschiedenen Bereichen, die es dort gibt, berichtet. Es ist nicht Gott, der die Menschen an die verschiedenen Plätze schickt. Die Menschen bestimmen ihren Platz in der geistigen Welt selbst. Ihr Bestimmungsort steht in Beziehung zu der Fähigkeit zu lieben, die sie während ihres Erdenlebens erworben haben. Zum Beispiel leben die wenigen Heiligen, die es auf der Welt gab, in der geistigen Welt nahe bei Gott in einer Umgebung von Licht und Wärme. Aber diejenigen, deren Leben von Profit- und Habgier gekennzeichnet war, sind in einem Bereich versammelt, in dem es so gut wie keine Liebe gibt. Eine Umgebung der Gewalt in der geistigen Welt zieht gewalttätige Seelen an. Eine Umgebung des Guten zieht liebende Seelen an. Deshalb sind die oft gebrauchten Bezeichnungen „Himmel“ und „Hölle“ weniger Orte für das Leben nach dem Tod, sondern sie entsprechen der Entwicklung und der Reinheit des Herzens im Leben eines Menschen.

In Gottes Plan für eine ideale Welt sollte weder die geistige noch die physische Welt jemals ein Ort der Qual, Angst und Strafe sein. Gott plante einen Ort, an dem alle Männer und Frauen nach dem Erreichen ihrer Vollkommenheit harmonisch mit Gott und ihren Familien für immer zusammenleben können.

Alle Menschen, welchen Lebenswandel sie auch immer auf der Erde geführt haben, werden letztendlich in die höchsten Sphären der geistigen Welt erhoben werden. Das ist deshalb so, weil Gott als Eltern aller Menschen es nicht ertragen kann, dass irgendjemand auf ewig von Ihm getrennt leben muss. Und als allmächtiger Schöpfer wird Er schließlich all Seine Kinder zu sich bringen. Aber, um es nochmals zu erwähnen, alle Menschen haben ihre eigene Freiheit und dieser Prozess der Wiederherstellung und Entwicklung erfordert, dass jeder Mensch Verantwortung für sein eigenes Wachstum übernimmt.

Wie erfolgt geistiges Wachstum?

Wir leben sowohl in der physischen als auch in der geistigen Welt und jeder von uns besteht aus einem physischen Selbst und einem geistigen Selbst. Das geistige Selbst steht in der Subjektposition und gibt dem physischen Selbst Zweck und Richtung. Das physische Selbst besteht aus einem physischen Körper, der von Zellen gebildet wird, und einem physischen Gemüt, das sich beispielsweise im Verlangen nach Nahrung und Schlaf manifestiert. In gleicher Weise hat das geistige Selbst auch einen geistigen Körper und ein geistiges Gemüt. Weil das geistige Selbst eine ähnliche Form hat wie der physische Körper, können Menschen in der geistigen Welt erkannt werden. Das erklärt, warum Menschen, die mit der geistigen Welt Kontakt haben, ihre Freunde und Verwandten, die schon verstorben sind, wiedererkennen können.

Das geistige Gemüt ist das Zentrum eines Menschen und beinhaltet Herz, Gefühl, Intellekt und Willen. Durch das geistige Gemüt kann Gott mit uns kommunizieren, uns inspirieren und uns in unserem Wachstum leiten.

Das geistige Selbst braucht das physische Selbst für sein Wachstum. Gute, aber auch schlechte Handlungen übermitteln unserem Geist gute bzw. schlechte Nährstoffe. Im Gegenzug gibt der Geist dem Körper Geistige Elemente (gute Taten erzeugen Kraft und Freude bzw. schlechte Taten zehren an den Kräften).

Unser geistiges Selbst braucht zwei Nährstoffe für sein Wachstum: Lebenselemente, die von Gott kommen und Liebe und Wahrheit enthalten, und Vitalitätselemente, die ihren Ursprung im physischen Körper haben. Jedes Mal, wenn ein Mensch gemäß dem Willen Gottes und den Prinzipien der Liebe und des Dienens handelt, erhält der Geist gute Vitalitätselemente vom Körper. In Erwiderung überträgt das geistige Selbst Geistige Elemente auf den physischen Körper, indem er wahre Freude erfährt. Er wird dann fähig, mehr von der Liebe Gottes und Seiner Wahrheit zu erhalten, und kann auf diese Weise wachsen.

Wenn aber dem geistigen Selbst schlechte Vitalitätselemente, die aus egoistischen Handlungen entspringen, zugeführt werden, verursacht es der Person Schuldgefühle und die geistige Entwicklung wird verkümmern. Die einzige Lösung für diesen Menschen besteht darin, zu bereuen und seine Verfehlungen wieder zu korrigieren. Die Entwicklung und die Qualität des geistigen Selbst eines Menschen hängen also von der Qualität seiner eigenen Handlungen ab.

Es genügt nicht, das Wort Gottes nur zu hören und daran zu glauben, sondern es muss auch praktiziert werden. Ein Abschnitt im Neuen Testament hebt das ausdrücklich hervor: „Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? … Denn wie der Körper ohne den Geist tot ist, so ist auch der Glaube tot ohne Werke.“ (Jak 2,14 und 2,26) Wir müssen uns selbst zurücknehmen und für das Wohl anderer leben. Das Leben auf der Erde ist unsere beste Möglichkeit, geistig zu wachsen. Wenn unser Leben auf der Erde eines Tages endet, können wir keine weiteren Vitalitätselemente von unserem physischen Selbst empfangen und unser geistiges Wachstum wird daher viel schwieriger sein. Mit anderen Worten, da unser geistiges Selbst auf der Grundlage der guten Handlungen wächst, die unser physischer Körper vollbringt, prägen unsere Erfahrungen von Liebe, Schönheit und Freude auf der Erde unsere Fähigkeit, diese in der geistigen Welt ebenfalls zu erleben. Deshalb ist unser Leben auf der Erde so wichtig. Auf der Erde müssen das Ideal Gottes und der Zweck Seiner Schöpfung erfüllt werden.

2. Warum gibt es das Böse?

Der Fall des Menschen

Da Gott ein Wesen von unendlicher Liebe, Güte und Macht ist, muss man sich fragen: Warum gibt es das Böse? Offenbar lebt der Mensch mit zwei miteinander in Konflikt stehenden Verlangen: Einerseits möchte er andere Menschen unterstützen und für sie sorgen; andererseits ist er in der Lage, ohne Rücksicht auf andere so zu handeln, wie er es für den eigenen Nutzen als am besten erachtet. Woher kommt dieser Konflikt? Ist Gott ein Fehler unterlaufen, nachdem Er ein wunderbares und ökologisch ausgewogenes Lebenssystem geschaffen hatte? Hat Er Sein allerhöchstes Geschöpf mit einem inneren Widerspruch ausgestattet, vergleichbar mit einer Tasse, die ein Loch hat? Natürlich nicht.

Es gibt keine historischen Aufzeichnungen über die Ereignisse, durch die das Böse in die Welt gekommen ist. Jedoch schenkt uns die Bibel im Buch Genesis in Form der Erzählung über die ersten menschlichen Vorfahren, Adam und Eva, die wichtige Erkenntnis, dass diese beiden die erste Sünde begangen haben. Die Geschichte enthält viele Symbole und darum fehlt es ihr an Klarheit darüber, was Adam und Eva genau getan haben. Sicherlich hatte die Sünde der ersten Vorfahren der Menschen furchtbare Konsequenzen, da alle ihre Nachkommen davon betroffen sind. Texte aus verschiedenen Schriften beinhalten unterschiedliche Variationen über das Thema „Fall“. Das Göttliche Prinzip präsentiert eine profunde Erklärung über die eigentliche Ursache des Bösen, die in allen großen Religionen in Symbole eingebettet ist. Die Geschichte in der Genesis, auf die sich die Erklärung des Göttlichen Prinzips konzentriert, ist vielleicht die bekannteste und aufschlussreichste von allen.

Was geschah im Garten Eden?

Wie in der Geschichte vom Fall des Menschen berichtet wird, standen in der Mitte des Gartens zwei Bäume: der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, an dem eine verbotene Frucht hing. In diesem Garten lebten Adam und Eva sowie eine Schlange, die mit ihnen sprach und sie betrog.

Gott hatte den beiden Menschen das Gebot gegeben, nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen; denn sobald sie davon essen würden, müssten sie sterben. Die Schlange verführte Eva dazu, die Frucht entgegen Gottes Gebot zu essen. Eva teilte wiederum die Frucht mit Adam. An diesem Punkt fühlten der Mann und die Frau Angst und Schuld. Sie verhüllten ihre sexuellen Körperteile und versteckten sich vor Gott. Gott versperrte daraufhin den Weg zum Baum des Lebens und schickte sie aus dem Paradies fort.

Soll diese Geschichte wörtlich oder symbolisch verstanden werden? Um die Geschehnisse in der Genesis richtig zu interpretieren, setzt das Göttliche Prinzip auf folgende Kriterien: erstens auf den gesunden Menschenverstand, der auf unserem allgemeinen Geschichtswissen und auf menschlichen Erfahrungen gründet; zweitens auf die Bibel als Ganzes; und drittens auf das Prinzip der Schöpfung (wie im ersten Teil vorgestellt).

Auf der Grundlage dieser Kriterien wird klar, dass diese Erzählung viel Symbolik enthält. Wenn die Symbole korrekt interpretiert werden, entdecken wir, dass diese Geschichte ein tatsächliches Ereignis im Leben unserer ersten Vorfahren beschreibt.

Die Frucht, von der die ersten menschlichen Vorfahren aßen, kann keine tatsächliche Frucht gewesen sein. Jesus erklärte: „Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.“ (Mt 15,11) Außerdem war der Tod, der aus dem Essen der Frucht resultierte, kein physischer Tod (Adam und Eva lebten nach dem Fall weiter), sondern ein geistiger Tod, der die Trennung der Menschen von Gott bedeutete.

Eine Interpretation ist, dass es nicht auf die Frucht ankomme, sondern dass allein Adams und Evas Akt des Ungehorsams die Wurzel allen historischen Übels und der Sünden der Menschheit sei. Aber diese Interpretation erklärt nicht, warum Adam und Eva Gott nicht gehorchten – taten sie es etwa nur wegen etwas Obst? Wir können nicht glauben, dass Gott in sie ein Verlangen gelegt hat, nur wegen einer Obstfrucht gegen Ihn zu rebellieren oder sich selbst zu zerstören. Darum muss die Frucht, die Adam und Eva gegessen haben, eine Umschreibung für etwas sein, das sehr viel wichtiger für das Glück des Menschen ist als ein schmackhafter Apfel oder eine Birne.

Sex und die ursprüngliche Sünde

Nachdem Adam und Eva die Frucht gegessen hatten, bedeckten sie voller Scham ihre sexuellen Körperteile. Warum haben sie das getan? Die Bibel (Hiob 31,33) sagt dazu: „Wenn ich nach Menschenart meine Frevel verhehlte, meine Schuld verbarg in meiner Brust …“ Die Tatsache, dass Adam seine Übertretungen verbarg und Adam und Eva nach dem Fall ihre sexuellen Körperteile bedeckten, lässt darauf schließen, dass die Sünde von Adam und Eva einen sexuellen Akt beinhaltete. Wenn sie mit ihrem Mund gesündigt hätten, dann hätten sie ihren Mund voller Scham bedeckt. Im Neuen Testament finden wir einen klaren Hinweis, dass die Engel sexuelle Übertretungen begangen haben und so gefallen sind (Jud 6,7).

Welche Bedeutung mag dann die Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse haben? Eine Frucht ist der Teil des Baumes, der die Samen für die Vermehrung trägt. Wenn die Sünde der ersten menschlichen Vorfahren von sexueller Natur war und von der Versuchung Evas durch die Schlange (ein Symbol für den Erzengel Luzifer), sie solle von der „Frucht essen“, herrührte und wenn Eva dann dieses wiederholte, indem sie Adam die Frucht anbot, dann muss die Frucht die Liebe Evas symbolisieren.

Bedeutet das nun, dass Sex böse ist? Keineswegs. Wie im ersten Teil erklärt wurde, war es Gottes Plan, dass Adam und Eva den zweiten Segen (Vermehrung) erfüllen sollten. Aber Gottes Gebot, „nicht von der Frucht zu essen“, bedeutete, dass sie so lange nicht in eine eheliche Beziehung miteinander treten sollten, bis sie als Mann und Frau dafür wirklich reif waren. Dann und nur dann wären sie fähig gewesen, einander zu lieben und die Liebe wahrer Eltern an ihre Nachkommen weiterzugeben, was den Beginn eines Kreislaufs des Guten, der Schönheit und des Friedens in Gang gesetzt hätte, der für immer bestehen bleiben sollte.

Wegen einer verfrühten sexuellen Beziehung zwischen Adam und Eva entstand eine egoistische Liebe, ausgerichtet auf ihre physischen Körper, die den Platz der selbstlosen, auf ihr geistiges Selbst und Gottes Wort ausgerichteten Liebe einnahm. Somit „fielen“ sie. Als ein Resultat konnten Adam und Eva keine sündenlosen Kinder zur Welt bringen und aufziehen. Stattdessen brachten sie Kinder zur Welt, die jene selbstsüchtigen Charaktereigenschaften erbten, die sie durch ihre Beziehung zum Engel Luzifer bekommen hatten.

Das Motiv für den Fall

Mit welchem Motiv und durch welchen Prozess fielen Adam, Eva und der Erzengel im Paradies? Gott erschuf Luzifer nicht als böses Wesen. Gott erschafft nichts Böses. Luzifer und die anderen Engel waren als gute Wesen geschaffen worden. Anders als die Menschen sollten sie nur in der geistigen Welt leben, nicht in der physischen Welt. Darum haben Engel einen geistigen Körper, aber keinen physischen Körper. Gott hat sie in eine Dienerposition gegenüber dem Menschen gestellt, der in beiden Welten lebt und darum ein höheres Potential und mehr Verantwortung hat als die Engel.

Der Erzengel Luzifer hatte im Garten Eden die Aufgabe, sich um Adam und Eva zu kümmern und sie zu leiten. Später, als sie älter und reifer wurden, erkannte Luzifer, dass sie mehr Liebe von Gott erhielten als er, und er spürte in sich ein starkes Verlangen nach mehr Liebe. Da Adam und Eva Gottes Kinder waren, sollten sie Gottes reichste und tiefste Liebe erhalten. Luzifers Situation war ähnlich der eines Kindes, das seine privilegierte Position an ein neugeborenes Baby verliert. Bis das neue Baby ankam, war das ältere Geschwisterchen der einzige Empfänger der Liebe seiner Eltern. Jetzt, ganz plötzlich, richten seine Eltern ihre Aufmerksamkeit auf das Neugeborene.

Gott liebte Luzifer nicht weniger als vor der Erschaffung von Adam und Eva. Aber weil er die Fähigkeit besaß zu vergleichen, fühlte Luzifer einen Mangel an Liebe. Er versuchte, ihn dadurch auszugleichen, dass er sich Eva näherte. Luzifer sah, dass Eva sehr schön war, und seine Liebe zu ihr erwachte. Eva aber war noch nicht erwachsen und daher empfänglich für die Versuchung durch Luzifer. Sie fühlte sich zu dem Engel wegen seiner Weisheit und der Aufmerksamkeit, die er ihr schenkte, hingezogen. Je mehr Eva erwiderte, desto mehr wurde der Engel stimuliert.

Obwohl Luzifer wusste, dass das, was er vorhatte, nur seinen eigenen Interessen diente und gegen den Willen Gottes war, führte ihn sein Verlangen nach mehr Liebe dazu, die Beziehung zu Eva zu vertiefen. Ein Teufelskreis begann. Schließlich brachte es ihn dazu, Gott und das himmlische Gesetz völlig zu missachten, indem er eine sexuelle Beziehung mit Eva einging. Obwohl sich Eva ängstlich und verwirrt fühlte, willigte sie in diese sexuelle Beziehung ein. Das war nur möglich, weil Eva vor dem Fall mit Hilfe ihrer geistigen Sinne mit der geistigen Welt genauso natürlich kommunizieren konnte wie mit der physischen Welt. Es war ein vollkommen reales Erlebnis. In ihrer Vereinigung mit Luzifer erhielt Eva seine egoistischen und schuldbeladenen geistigen Elemente.

Als Eva fiel, fühlte sie Angst, Schuld und Scham über das, was sie getan hatte, und ging zu dem für sie vorgesehenen Gatten, Adam, der noch rein war. Adam hätte Eva retten und sie zu Gott zurückbringen können. Aber Eva beichtete ihm nicht, was sie getan hatte. Eva, die sich durch ihre Vereinigung mit Luzifer dessen selbstsüchtige Natur angeeignet hatte, versuchte stattdessen Adam und veranlasste ihn, mit ihr eine sexuelle Beziehung gegen Gottes Gebot einzugehen. Obwohl Adam beunruhigt und verwirrt war, willigte er in die sexuelle Beziehung mit Eva ein.

Adam und Eva hatten also aus einer falschen Motivation heraus eine sexuelle Beziehung, als sie noch nicht reif dafür waren. Dadurch erhielt Adam von Eva denselben egoistischen, gottlosen Charakter, den Luzifer an Eva weitergegeben hatte. Luzifer sank tief und wurde zu Satan, zu jenem Wesen, das ständig gegen Gott rebelliert und alles Gute und Göttliche zu zerstören sucht. Daraus kann man schließen, dass der Fall ein unerlaubter Akt der Liebe zwischen dem Erzengel und Eva, gefolgt von einem verfrühten Akt der Liebe zwischen Eva und Adam war.

Die Auswirkungen des Falles

Wegen Evas Beziehung mit Luzifer, die gegen das Prinzip verstieß, und wegen ihrer verfrühten Beziehung mit Adam etablierten die erste Mutter und der erste Vater der Menschheit eine Erblinie, die nicht in der selbstlosen Liebe Gottes gründete, sondern in der korrupten, egoistischen Liebe Satans. Aus diesem Grund sagte Jesus: „Ihr habt den Teufel zum Vater.“ (Joh 8,44) Adam und Eva hatten sich eine Neigung zum Egoismus angeeignet, die sie an ihre Kinder weitergaben wie eine Erbkrankheit. Die Konsequenzen waren tragisch: Abel konnte Gottes Segen nicht mit seinem älteren Bruder teilen und Kains Eifersucht führte zum ersten Mord in der Geschichte der Menschheit. Das war der Beginn eines Kreislaufes von Hass und Gewalt, der sich bis heute fortsetzt.

Der Fall des Menschen führte zu einer Verzerrung und Zerstörung der wahren Liebe. Wahre Liebe sollte das Zentrum des menschlichen Lebens und die Essenz des Himmelreiches auf Erden sein. Stattdessen ist egoistische Liebe zum Lebensstil der Menschen geworden und hat ein Reich der Hölle auf Erden geschaffen.

Sexuelle Beziehungen sollten der schönste und heiligste Ausdruck der Liebe zwischen Mann und Frau sein. Diese Liebe sollte ewigen Bestand haben. Viele Leute setzen Liebe mit Sex gleich, und reduzieren beides zu einer rein physischen Angelegenheit. Nach Gottes ursprünglichem Plan ist Sexualität als die Erfüllung der Liebe in der Ehe gedacht. Heute ist die Liebe so verzerrt, dass viele Menschen sexuelle Aktivitäten als Zeitvertreib betrachten. Wegen des Missbrauchs der Sexualität haben Angehörige verschiedener Religionen den Zölibat praktiziert als eine Möglichkeit, Gott näherzukommen.

Die Degradierung der Sexualität war schon immer ein tragisches Phänomen. Aber das Problem war wahrscheinlich noch nie so akut wie in unserer modernen Zeit. Eltern, Lehrer und religiöse Führer mögen immer noch danach streben, jungen Menschen den Wert sexueller Reinheit zu vermitteln. Sie müssen jedoch mit dem enormen Einfluss fertig werden, den die kommerzielle Unterhaltungsindustrie ausübt, die oft mit sexuellen Themen und Bildern Profite einfährt. Ehebruch, sexuelle Freizügigkeit und Prostitution – und die damit oft verbundenen Krankheiten und Formen der Ausbeutung – führen zu unermesslichem Leid und menschlicher Entfremdung. Sexueller Missbrauch kann nicht durch gesetzliche Verbote verhindert werden. Er ist das Resultat der ursprünglichen Sünde und kann erst dann von der Wurzel her behandelt werden, wenn der Sündenfall selbst vollständig erklärt und aufgedeckt worden ist.

Infolge des Falls litt Gott unendlich. Nach all Seinen Bemühungen, für Seine Kinder eine schöne und vollkommene Welt zu schaffen, verlor Er alles in dem Moment, als Ihn Seine Kinder verließen. Er konnte nicht länger darauf hoffen, dass Adam und Eva bald vollkommen sein und Seine Liebe erwidern würden. Stattdessen musste Er zusehen, wie Seine wertvollen Kinder mit korrupten Herzen lebten – wie Waisen ohne ein Zuhause, in Unwissenheit über ihre Herkunft und ihren eigentlichen Lebenszweck. Die Menschheit versank tief in einer Welt von Gewalt und Unterdrückung. Diese wunderschöne Erde, die Gott aus Liebe als Heim für Seine Söhne und Töchter geschaffen hatte, wurde beschmutzt und vergiftet. Am tragischsten ist jedoch, dass Gott nicht in den Fall eingreifen konnte. Andernfalls hätte Er die Freiheit und Verantwortung des Menschen sowie den absoluten Standard des Prinzips des Ideals der wahren Liebe  zerstört.

Die gefallene Natur

Seit dem Fall wurden alle Menschen – zusätzlich zu ihrer ursprünglich guten Natur – auch mit einer egoistischen, gefallenen Natur geboren.

Der erste Aspekt dieser gefallenen Natur ist unsere Neigung, die Dinge von unserer eigenen egoistischen Perspektive statt vom Standpunkt Gottes aus zu beurteilen. Das ähnelt dem Fehler von Luzifer, Adam von Gottes Standpunkt aus zu betrachten. Viele Propheten und gerechte Menschen in der Geschichte sind verfolgt und sogar getötet worden, weil ihre Zeitgenossen sie nicht von Gottes Gesichtspunkt aus betrachteten.

Zweitens handeln gefallene Menschen oft so, dass ihr Tun nicht mit der Verantwortlichkeit ihrer Position in Einklang steht. Als Luzifer fühlte, dass Gott ihm weniger Liebe schenkte, verließ er seine Position als Diener und strebte eine unerlaubte Beziehung mit Eva an. Wenn ein Mann mit seiner Ehe unzufrieden ist, kommt es vor, dass er eine Affäre mit der Frau eines anderen Mannes anstrebt.

Drittens wird der gefallene Mensch nicht zögern, andere anzugreifen oder deren Position zu untergraben, um für sich dadurch mehr Macht und eine höhere Position zu gewinnen. Für das Erreichen seiner Ziele sind ihm alle Mittel recht. Nachdem Luzifer es abgelehnt hatte, Adam und Eva zu dienen, stellte er die Hierarchie auf den Kopf und benutzte Adam und Eva für seine ganz persönlichen Interessen. Das ist die Wurzel für Gewalt und Mord.

Und letztendlich versuchen Menschen auf Grund ihrer gefallenen Natur andere zur Sünde zu verführen, um sich selbst zu rechtfertigen. Gefallene Menschen wiegen sich fälschlicherweise in Sicherheit, wenn sie beobachten, wie andere genauso wie sie handeln, und sie machen jeden lächerlich, der einen höheren Standard der Rechtschaffenheit anstrebt.

Jede religiöse Lehre unterweist die Menschen, ihre gefallene Natur durch die Grundsätze von Demut, Selbstverleugnung und selbstlosem Handeln zu überwinden. Die Philosophie tut das auch, indem sie die Menschen lehrt, ihre Emotionen zu kontrollieren und für einen höheren Zweck zu arbeiten, wie dies die Vernunft vorschreibt. Aber der Kampf des Menschen um die Überwindung der gefallenen Natur wird so lange nicht aufhören, bis das Problem der ursprünglichen Sünde gelöst ist und die Menschen zu einer reinen, auf Gott ausgerichteten Erblinie wiederhergestellt sind. Darum hat die Welt seit langem den Messias erwartet, einen neuen Adam, der zusammen mit einer neuen Eva die Position von Wahren Eltern und eine Familie mit vollkommener Liebe errichten kann.

3. Die verborgene Dimension der Geschichte

Die Wiederherstellung der Menschheit

Es verursachte Gott großes Leid zu erleben, wie sich Seine Kinder von Ihm abwandten und in Sünde und Ignoranz verfielen. Nach dem Fall hätte Er sich deshalb dazu entschließen können, die Menschen zu vernichten, tat es jedoch nicht. Stattdessen entschied sich Gott – von Seinem elterlichen Herz der Liebe geleitet – die Menschheit in ihre ursprüngliche Position wiederherzustellen. Es war eine Aufgabe, die sich als ungeheuer schwer und scheinbar endlos lang herausstellen sollte.

Die Antwort auf die Frage, warum Gott nicht eingriff, um den Fall zu verhindern, steht in Zusammenhang mit der menschlichen Freiheit. Gott gab den Menschen das Geschenk der Freiheit, so dass wir Ihm aus freiem Willen in Liebe erwidern können. Freiheit ist immer verbunden mit Verantwortung. Gott gab den Menschen einen Teil der Verantwortung, den nur sie allein erfüllen können.

Manche denken, dass Gott die menschliche Geschichte kontrolliert. Aber Tatsache ist, dass der Fortschritt in der menschlichen Geschichte davon abhängt, inwieweit wir unseren Teil der Verantwortung erfüllen. Gottes Gnade steht uns ständig zur Verfügung. Gottes Herz sehnt sich danach, alle Seine Kinder zu erlösen. Aber weil die Menschen sich von Gott trennten, liegt es an uns, zu Gott zurückzukehren.

Warum ist dann Gottes Ideal noch nicht verwirklicht worden? Tatsächlich wollte Gott mit dem Entsenden des Messias und der Erlösung der Menschheit nicht warten. Jedoch war sorgfältige Vorbereitung nötig, damit die Menschen den Messias empfangen würden. Ohne entsprechende Vorbereitung wird der Messias von seinen Zeitgenossen nicht verstanden und akzeptiert werden.

Die Menschheit hat die ernsten Konsequenzen des Falles nie vollständig verstanden. Satan riss die Position Gottes an sich. Unbewusst folgen die Leute dem Wort Satans und handeln auf selbstbezogene Art und Weise, im Großen wie im Kleinen, auf weltweiter Ebene wie auch im persönlichen Bereich. Selbstzentrierte Liebe ist so stark im menschlichen Leben verwurzelt, dass es erforderlich ist, sich gegen die Lebensweise der Welt zu stellen, um sich davon zu trennen. Auf jeder Ebene wird man auf Widerstand treffen, ganz abgesehen vom inneren Kampf, der nötig ist, um in einer Welt des Bösen dauerhaft Gutes zu praktizieren. Außerdem besteht Satan gegenüber Gott auf seinen Eigentumsrechten bezüglich der gesamten Menschheit, welche Gott im Prinzip nicht verneinen kann. Deshalb ist der Weg der Erlösung ein Weg der Selbstverleugnung und des Sich-Selbst-Opferns. Daher sagte Jesus: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ (Mt 16,24-25)

Die Aufgabe des Messias

Die verborgene Dimension der Geschichte ist also Gottes Vorsehung der Wiederherstellung oder Neuschöpfung. Sein Plan und Sein Wirken zielen darauf ab, die Menschheit wiederherzustellen und Seine ideale Welt, wie Er sie ursprünglich beabsichtigt hatte, zu errichten. Die Kernpunkte dieses Planes sind, dass Gott den Messias sendet, sobald die Menschen die notwendigen Vorbereitungen erfüllt haben, und dass die Menschen den Messias bei seiner Ankunft annehmen und mit ihm zusammenarbeiten.

Der Messias, der wie Adam und Eva sündenlos geboren wird, kommt als der „zweite Adam“, um die vollständige und vollkommene Liebe Gottes zu offenbaren, was der erste Adam nicht erfüllen konnte. Als Resultat des Falles verlor der Mensch das Bewusstsein um die Liebe Gottes und wurde von der selbstbezogenen, falschen Liebe des Erzengels beherrscht. Deswegen sagt die Bibel, dass Satan, der Urheber des selbstbezogenen Denkens der Menschen, der Herrscher dieser Welt (Joh 12,31) ist. Der Messias kommt, um die Herrschaft Satans zu beenden, uns vom Bösen und der Selbstbezogenheit zu befreien und Gottes Königreich zu errichten.

Das Verwirklichen von Gottes Ideal der wahren Liebe basiert auf der Erfüllung der Drei Großen Segen (Gen 1,28). Nachdem die ersten menschlichen Vorfahren sündigten und somit keine wahre Familie errichten konnten, ist es Gottes Wunsch gewesen, einen wahren Mann und eine wahre Frau zu finden, die Sein Ideal verwirklichen und auf diese Weise das erreichen, was Adam und Eva nicht erreichen konnten. Als neuer Adam hat der Messias ebenfalls die Aufgabe, die Drei Großen Segen zu verwirklichen (erklärt im ersten Teil Der Zweck des Lebens), indem er mit Gott eins wird und eine ideale Familie als Grundlage für eine ideale Gesellschaft, Nation und Welt errichtet.

Als Begründer der ersten idealen Familie nennen wir den Messias und seine Braut Wahre Eltern. Die Wahren Eltern werden eine neue, sündenfreie Erblinie errichten. Indem sich Männer und Frauen mit den Wahren Eltern verbinden, können sie sich von Satan trennen und in die neue Erblinie eingepfropft werden, die nichts mit dem Fall zu tun hat. Alle Menschen werden dann ebenfalls in der Lage sein, die Drei Großen Segen zu erfüllen.

Das Fundament für den Messias

Es ist Gottes Versprechen und Seine Verantwortung, den Messias zu senden, aber es ist die Verantwortung des Menschen, bestimmte Bedingungen in Vorbereitung auf das Kommen des Messias zu erfüllen. Diese Bedingungen der Wiederherstellung durch Wiedergutmachung sind notwendig, um das Versagen der ersten menschlichen Vorfahren zu korrigieren.

Nach dem Fall fing Gott sofort an, in Adams Familie zu wirken, um ein Fundament zu errichten, auf dem Er den Messias senden konnte. Wenn Adam und Eva an Gottes Wort geglaubt und Sein Gebot befolgt hätten, wären sie zu wahren Kindern Gottes herangereift. Aber Adam und Eva fehlte der Glaube und sie trennten sich von Gott. Daher muss ein anderer dieses Versagen umkehren, indem er absoluten Glauben an Gottes Wort zeigt (das Göttliche Prinzip nennt dies ein Glaubensfundament errichten). Dieses Fundament muss von Einzelpersonen, Familien, Stämmen und Nationen errichtet werden.

Hätten die ersten menschlichen Vorfahren ihre volle Reife erreicht, hätten sie die Herrschaft über alle geschaffenen Wesen, einschließlich des Erzengels, erlangt. Adam und Eva erlagen jedoch der Versuchung des Erzengels und erlaubten ihm damit, die Herrschaft über sie zu übernehmen. Die Motivation und der Prozess des Falles müssen umgekehrt werden und die korrekte Herrschaftsordnung muss als Bedingung dafür wiederhergestellt werden, dass Gott den Messias senden kann (das Göttliche Prinzip bezeichnet dies als substantielles Fundament). Um dieses Fundament zu errichten, stellt Gott jemanden in die Position Luzifers (der der Ältere war) und jemanden in die Position Adams (der der Jüngere war). Damit sie bedingungsweise die ordnungsgemäße Beziehung zwischen Adam und dem Erzengel wiederherstellen, müssen diese beiden ihre Positionen umkehren, wobei der Ältere, der Luzifer repräsentiert, dem Jüngeren, der Adam repräsentiert, dient.

Kain und Abel, die Söhne Adams, standen in diesen Positionen. Kain, der Ältere, war in der Position Luzifers, und Abel, der Jüngere, in der Position Adams. Abel zeigte Glauben an Gott, indem er das Beste seiner Herde opferte, und Gott nahm sein Opfer an. Aber als Kain ein Opfer der Früchte des Feldes darbrachte, wies Gott es zurück, worüber Kain sehr erzürnt war (Gen 4,3-5). Es war Kains Verantwortung, die gleichen Gefühle, die Luzifer fühlte, zu überwinden und Gottes Liebe und Willen durch Abel anzunehmen. Dies hätte die Positionen von Älterem und Jüngerem umgekehrt und symbolisiert, dass Adam über den Erzengel hinauswächst und die richtige Ordnung in seiner Beziehung mit Luzifer errichtet. Auf der Grundlage dieser Einheit der Brüder hätte Gott die Elternposition beanspruchen können. Damit wäre ein Fundament geschaffen worden, um einen neuen Adam, den Messias, zu senden.

Dieses Muster der Versöhnung von Kain und Abel als Fundament für das Senden des Messias war Gottes gleichbleibendes Muster die gesamte Geschichte hindurch.

Beim ersten Mord der Menschheitsgeschichte tötete Kain jedoch seinen jüngeren Bruder Abel, anstatt ihn zu lieben. Kain fühlte denselben Neid Abel gegenüber, wie ihn Luzifer gegenüber Adam gefühlt hatte. Kain konnte dieses Gefühl nicht überwinden. Er konnte seinen Bruder nicht von Gottes Standpunkt aus sehen. Statt den Prozess des Falles umzukehren, wiederholte er ihn. Somit konnte Gott den Messias nicht zu Adams Familie schicken.

Es dauerte viele Generationen, bevor Gott wieder einen rechtschaffenen Mann gefunden hatte, dessen Familie mit der Aufgabe betraut werden konnte, das Versagen in Adams Familie umzukehren. Dieser Mann war Noach. Er errichtete ein Glaubensfundament, indem er Gottes Gebot gehorchte und nach genauen Anweisungen ein Schiff, die Arche, über eine lange Zeitperiode hinweg baute.

Mit Noachs Familie sollte ein neuer Anfang in der Geschichte der Menschheit gemacht werden. Nach dem Gericht durch die Sintflut hätten sich Noachs Söhne mit Noach vereinen und dadurch die Bedingung schaffen sollen, dass Gott den Messias senden konnte. Anstatt seinem vorbildhaften Vater gegenüber loyal zu sein, nahm jedoch Ham, der zweite Sohn Noachs, Anstoß an seinem Vater und hatte ihm gegenüber ein Gefühl der Scham. Zusätzlich brachte er sogar seine Brüder gegen ihren Vater auf. Noach war erzürnt über Hams Untreue (Gen 9,20-23). Weil Noachs Familie versagte, das Glaubensfundament Noachs zu ererben, wurde Gottes Vorsehung, den Messias zu senden, erneut verschoben und Gott musste einen neuen rechtschaffenen Mann und eine neue Familie finden, um die vergangenen Fehler wiedergutzumachen und ein Fundament für den Messias zu schaffen.

400 Jahre später wurde Abraham als solch ein rechtschaffener Mann von Gott gerufen. Gemäß der Heiligen Schrift folgte er dem Ruf, indem er sich von seiner gefallenen Umgebung, der Stadt Ur in Chaldäa, trennte und sich aufmachte zu einem neuen Land, das ihm versprochen wurde. Seine Frau Sara stellte bedingungsweise die Position Evas wieder her, als sie den Verführungen Pharaos, der den Erzengel repräsentierte, widerstand (Gen 12,10-20). Abraham jedoch versagte bei der Opferung der Tiere. Erneut stellte seine Frau die Position Evas wieder her, indem sie den Versuchungen des Königs Abimelech widerstand. Schließlich zeigte Abraham absoluten Glauben, als er Gottes Befehl gehorchte, seinen Sohn Isaak zu opfern. Isaak selbst kehrte das Versagen Hams um, indem er sich völlig mit seinem Vater vereinigte und sogar bereit war, sein Leben als Opfer darzubringen. Aber Gott verschonte Isaak, indem Er einen Engel sandte, um Isaak vor dem Tod zu retten (Gen 22,10-12).

Die Versöhnung von Isaaks Söhnen, Esau und Jakob, war ein providentieller Wendepunkt. Jakob, der jüngere Bruder, war ernsthaft darum bemüht, das Erstgeburtsrecht zu bekommen, und er kaufte es von Esau für ein Linsengericht. Später, als sein Vater im Sterben lag, half seine Mutter Rebekka Jakob, sich als sein Bruder auszugeben. Er brachte seinen Vater dazu, ihm den Segen zu geben, der dem Erstgeborenen zustand. Rebekka verstand Gottes Vorsehung und half ihrem zweiten Sohn, den Segen zu erhalten. Esau war außer sich vor Zorn und schwor, Jakob zu töten, aber mit Rebekkas Hilfe floh Jakob nach Haran. Nach 21 Jahren Knechtschaft in Haran trat er seinem Bruder gegenüber, der mit 400 Männern bewaffnet ankam. Durch sein aufrichtiges Darbringen von Geschenken und sein respektvolles Verbeugen vor Esau brachte Jakob das Herz von Esau zum Schmelzen und sie vereinigten sich schließlich unter Tränen. So stellten Esau und Jakob erfolgreich das Versagen von Kain und Abel wieder her. Mit aufopferungsvoller Liebe überwand Jakob den Hass seines Bruders. Indem er dem Groll Esaus (der als der Ältere in der Position Kains stand) ein Ende setzte, errichtete Jakob ein Muster für die Unterwerfung Satans und die Wiederherstellung von Gottes Herrschaft der Liebe.

Auf der Grundlage von Jakobs Sieg konnte Gott die Nachkommen von Abraham, Isaak und Jakob segnen, die eine Erblinie begründeten, die bis zu einem bestimmten Grad die himmlische Tradition des Lebens zum Wohl anderer verkörperte.

Durch Moses begann Gott Seine Vorsehung, das Nationale Fundament für den Messias zu errichten. Gott erzog die Israeliten und führte sie durch viele Prüfungen, um eine Nation auf Seiner Seite zu errichten. Er offenbarte ihnen, dass Er eines Tages den Messias senden würde, der eine Geschichte des Friedens und der Gerechtigkeit beginnen würde. Von da an sehnte sich Israel nach dem Kommen des Messias.

Jesus kam nicht, um verfolgt zu werden

Jesus Christus kam vor 2000 Jahren als der zweite Adam (der Apostel Paulus bezieht sich im 2.Kor 15,45 auf Jesus als den „letzten Adam“), um den Zweck der Wiederherstellung zu erfüllen und das Himmelreich auf Erden zu errichten.

Das Hauptanliegen von Gottes Vorbereitung war es, ein Glaubensfundament und ein substantielles Fundament in der Nation zu errichten, in der der Messias geboren werden würde. Nachdem die Israeliten aus der Gefangenschaft in Babylon zurückgekehrt waren, bereitete Gott das auserwählte Volk vor, indem Er das Judentum reformierte und erneuerte. Schließlich sandte Er den Propheten Maleachi, der den „Tag des Herrn“ prophezeite. Während einer Periode von 400 Jahren zeigten die Israeliten ihren Glauben, ausgerichtet auf das Gesetz und den Tempel, und warteten inständig auf den Messias.

Obwohl Gott Seine Anstrengungen auf die Vorbereitung der Nation Israel konzentrierte, bereitete er auch den Rest der Welt auf die Ankunft des Messias vor. Vor dem Kommen Jesu war das Römische Reich mit seinem ausgedehnten Netzwerk von Handelswegen errichtet worden. Das Römische Reich dehnte sich weit aus und kam mit den meisten anderen Zivilisationen in Berührung. Latein wurde in vielen Teilen des Römischen Imperiums gesprochen, so wie heute Englisch weit verbreitet ist. Mit diesem äußeren Fundament hätte sich die Lehre des Messias schnell von Israel nach Rom und von Rom in die ganze Welt verbreiten können.

Außerdem hatte Gott etwa vier Jahrhunderte vor Christus die Welt auch innerlich auf das Kommen des Messias vorbereitet. In Indien wies der Prinz Gautama Buddha alle weltlichen Annehmlichkeiten zurück und suchte nach dem wahren Weg des Lebens. Durch sein Vorbild und seine Lehre entwickelte sich der Buddhismus, der eine der einflussreichsten Religionen Asiens wurde. In China erschien Konfuzius und lehrte eine hochentwickelte Ethik auf der Grundlage des himmlischen Gesetzes. In Griechenland bemühten sich die großen klassischen Philosophen Sokrates, Plato und Aristoteles, einen Standard menschlicher Ethik und Erkenntnis zu errichten.

Auf diese Weise schuf Gott die Voraussetzungen für die Errichtung Seines Königreiches, über das Jesus so oft sprach. Christus sollte, wie in Jesaja beschrieben, der Herr der Herrlichkeit werden. Gott bereitete viele Menschen vor, um Jesus zu empfangen und ihm nachzufolgen. Jedoch gab Gott auch die Warnung, dass fehlender Glaube des israelitischen Volkes für Jesus viel Leid und Elend bedeuten würde.

Um das zu vermeiden, sandte Gott im Besonderen Johannes den Täufer, der kam, um den Weg des Herrn zu ebnen (Joh 1,23, Mal 3,1). Johannes führte ein asketisches, vorbildliches Leben, widmete sich Gott vollständig und errichtete dadurch das Glaubensfundament. Er sagte den Leuten: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ (Mt 3,2) Die Israeliten wussten, dass Johannes ein besonderer Prophet war. Sie hatten von den geistigen Phänomenen und Wundern gehört, die seine Geburt umgeben hatten. Manche dachten, dass er möglicherweise selbst der Messias sei oder Elias, der Prophet, dessen Rückkehr man in den Letzten Tagen erwartete. Weil er weithin respektiert wurde, war Johannes die ideale Person, um als eine Brücke zwischen Jesus und den Menschen zu fungieren.

Aber erfüllte Johannes der Täufer seine providentielle Verantwortung? Anfänglich legte Johannes Zeugnis davon ab, dass Jesus der Messias sei, als er sagte: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ (Joh 1,29) Jedoch gibt es in der Bibel keinen Bericht darüber, dass Johannes ein Jünger Jesu wurde oder für Jesus arbeitete. Stattdessen offenbart Mt 11,3, dass Johannes zu zweifeln begann, wer Jesus war, als er nämlich zwei seiner eigenen Jünger zu Jesus sandte, um ihn zu fragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?“

Viele Israeliten glaubten an die Prophezeiung Maleachis, dass Elija zurückkehren würde, um den Messias anzukündigen. Als sie deshalb Jesus fragten, wo denn Elija sei, antwortete er: „Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er [Johannes] ist Elija, der wiederkommen soll.“ (Mt 11,14) Johannes verneinte jedoch, dass er Elija sei, und so stellte er die Israeliten vor die Wahl, entweder ihm oder Jesus zu glauben.

Johannes war eine höchst respektierte religiöse Person, während Jesus das uneheliche Kind eines armen Zimmermanns war. Ohne die Unterstützung von Johannes war es für das jüdische Volk sehr schwierig, Jesus zu glauben und ihm zu folgen. Deshalb war die Reaktion Jesu auf die Frage von Johannes eindeutig: „Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.“ (Mt 11,11)

Jesus forderte von Beginn seines öffentlichen Auftretens an die Leute dazu auf, dem zu glauben, den Gott gesandt hat (Joh 6,29). Jesus bat die Leute eindringlich, wenn sie schon nicht seinen Worten glaubten, so sollten sie wenigstens seinen Werken Glauben schenken, damit sie gerettet würden. Dennoch weigerten sie sich, Jesus zu glauben. Die Pharisäer sagten sogar, dass seine Macht, Wunder zu wirken, vom Teufel käme: „Nur mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, kann er die Dämonen austreiben.“ (Mt 12,24) Hätten die Menschen erkannt, wer Jesus wirklich war, hätten sie ihn bestimmt nicht zurückgewiesen. Der Apostel Paulus sagt im Brief an die Korinther: „Keiner der Machthaber dieser Welt hat sie erkannt; denn hätten sie die Weisheit Gottes erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.“ (1Kor 2,8) Wenn die Menschen Jesus als den Messias erkannt hätten, hätten sie ihn dann zurückgewiesen und verfolgt?

In Luk 19,41-42 wird über Jesus berichtet: „Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt! Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen.“

Erlösung durch das Kreuz

Als es klar wurde, dass es keine Möglichkeit mehr gab, um die Leute davon zu überzeugen, wer er wirklich war, entschloss sich Jesus, sein Leben als Sühneopfer für die Sünden der Welt hinzugeben.

Jesus ließ es nicht nur zu, dass er gekreuzigt wurde, sondern er betete sogar um Vergebung für diejenigen, die ihn kreuzigten. In dieser außergewöhnlichen Handlung offenbarte Jesus Gottes vergebendes und opferbereites Herz und schuf dadurch einen Bereich frei von Satans falscher und selbstsüchtiger Liebe.

Das Leben Jesu und sein Opfertod sind Zeugnis für die Kraft von wahrer, bedingungsloser Liebe. Bis zum Kommen Jesu war es üblich, dass Ungerechtigkeit nach dem Motto „Aug’ um Aug’, Zahn um Zahn“ bestraft oder gerächt wurde. Jesus hingegen zeigte, dass Gott kein Gott der Rache ist, sondern dass Er ein elterlicher und vergebender Gott ist, der Seine Kinder trotz ihrer Sünden liebt.

Der Tod Jesu am Kreuz war das tragische Resultat des Versagens seiner Zeitgenossen, den Willen Gottes zu tun. Jesus jedoch blieb Gott völlig treu. Konfrontiert mit dem Unglauben der Menschen, entschied er sich, sein Leben zu opfern. Dieses höchste Opfer war ein Sieg der wahren Liebe, ein Sieg des Geistes. Als Resultat können alle Menschen durch Glauben vor Gott gerechtfertigt werden, was sie befähigt, auf eine höhere geistige Ebene zu gelangen. Jedoch muss die Menschheit noch immer auf den Herrn der Wiederkunft warten, der kommt, um alle Sünden auszumerzen und schließlich das Reich Gottes auf Erden zu errichten.

Jesus hätte der Herr der Herrlichkeit werden sollen, starb aber als der Herr des Leidens. Um zu verstehen, dass die Kreuzigung Jesu kein notwendiges Element in Gottes Erlösungsplan war, müssen wir uns fragen, was das Resultat gewesen wäre, wenn die Menschen zu jener Zeit Jesu Anweisungen gefolgt wären. Hätte es bedeutet, dass Gottes Plan zunichte gemacht worden wäre, wenn die Menschen an Jesus geglaubt hätten und ihm gefolgt wären? Natürlich nicht. Der Wille Gottes wäre in vollem Umfang erfüllt worden. Jesu Gebet im Garten Getsemani: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber“(Mt 26,39), offenbart, dass sein Tod am Kreuz nicht der wünschenswerteste Kurs war. Jesus betete verzweifelt, dass Gott ihn am Leben lassen möge, damit er seine Mission weiterverfolgen und die Herzen der Menschen soweit ändern könnte, dass sie ihn akzeptierten. Jesus verstand, dass die Zurückweisung seitens der Menschen ihn daran hindern würde, das Himmelreich auf Erden zu errichten. Es ist daher nicht überraschend, dass er so hart über Judas Iskariot, seinen Verräter, sprach: „Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.“ (Mt 26,24)

Wäre Jesus angenommen worden, hätte es keine Notwendigkeit für ein zweites Kommen des Messias gegeben, ein Ereignis, das im Alten Testament nirgendwo vorausgesagt wird. Vor seiner Kreuzigung sagte Jesus: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.“ (Joh 16,12) Er sagte auch: „Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche?“ (Joh 3,12) Er fügte hinzu: „Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde.“ (Joh 16,25) Auch wenn der mangelnde Glaube zur Zeit Jesu dies damals verhinderte, wird die klare Wahrheit, von der er sprach, zur Zeit der Wiederkunft offenbart.

Vorbereitung für die Wiederkunft Christi

Weder Gottes Prinzip noch Sein Ziel, eine Welt der wahren Liebe, das Reich Gottes auf Erden, zu errichten, ändern sich.

Nach Jesu Tod und Auferstehung begann Gott, durch die Nachfolger Jesu, die Christen, zu wirken, um Vorbereitungen für das zweite Kommen des Messias zu treffen. Das Christentum begann mit den 12 Aposteln und 70 Jüngern Jesu. 400 Jahre lang gingen die Christen durch einen Leidenskurs ähnlich wie die Israeliten in Ägypten. Trotz der heftigen Verfolgung gaben die Christen ihren Glauben nicht auf. Im Gegenteil, ihr Glaube vertiefte sich und sie wurden zu hingebungsvollen Gläubigen, die beseelt davon waren, Jesu Lehren zu verbreiten.

Das Resultat ihrer Beständigkeit war, dass Kaiser Theodosius im Jahr 392 das Christentum zur Staatsreligion Roms erklärte. Das war ein gewaltiger Sieg. Aber damit Christus wiederkehren konnte, musste das Christentum auf weltweiter Ebene verbreitet werden. Dieses globale Fundament war notwendig, weil in der Zwischenzeit politische, wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen jenseits der nationalen Ebene errichtet waren. Nachdem sie vom Römischen Reich angenommen worden war, dehnte die christliche Kirche allmählich ihren Einfluss auch auf andere Teile der Welt aus. Aber wie in der Periode des Alten Testaments gab es seitens der Schlüsselfiguren viele Versagen, die weitere Verzögerungen in der Vorsehung Gottes verursachten. Mangelhaftes Verständnis der Lehren Jesu und unzureichende Liebe führten zu Trennungen und Spaltungen unter Christen entlang kultureller, rassischer und nationaler Grenzen.

Das Christentum durchlief ein historisches Muster, vergleichbar mit dem Kurs der Israeliten. Die Zeit der Verfolgung unter Rom weist Parallelen mit der Zeit der Sklaverei der Israeliten in Ägypten auf. Die Periode zwischen dem Fall Roms und der Krönung von Karl dem Großen hat ihre Parallele in der Periode der Richter in Israel. Das karolingische Reich ähnelt dem vereinten Israel unter Saul, David und Salomon, gefolgt von Jahren der Trennung und des Konflikts sowohl in Israel als auch im Christentum. Das 70 Jahre dauernde Exil der Israeliten in Babylon findet seine Parallele in dem von Korruption gezeichneten Papsttum, das 70 Jahre lang das Exil in Avignon erdulden musste.

Während des Mittelalters gewann die katholische Kirche enorme Macht und Reichtum, stagnierte dann leider spirituell und wurde sehr einengend. Die Korruption der Kirche in der Renaissance war gegen Gottes Willen und der sich entwickelnde Geist und Intellekt der Christen führten zu Rufen nach drastischen Reformen. Dies resultierte in der Reformation im 16. Jahrhundert, welche ihre Parallele in der Erneuerung des Judaismus 400 Jahre vor Jesu Geburt hat.

Die christliche Geschichte hat die Zeitperioden der biblischen Geschichte Israels auf der weltweiten Ebene wiederholt. Das Göttliche Prinzip lehrt, dass sich die Geschichte gemäß der göttlichen Vorsehung der Wiederherstellung entwickelt hat, um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und das Fundament für die Wiederkunft zu legen. Diese neue Grundlage wurde im 20. Jahrhundert vollendet.

4. Die Geschichte erreicht ihren Höhepunkt in unserer Zeit

Die beispiellosen Veränderungen und Kämpfe im 20. Jahrhundert kennzeichnen die Geburtswehen eines neuen Zeitalters. Niemand kann leugnen, dass die Welt näher zusammengerückt ist und viele Spaltungen überwunden worden sind. Ost und West, Nord und Süd haben begonnen, sich zu vermischen. Internationale Wirtschaftsblöcke haben sich gebildet. Die Vereinten Nationen und auch eine Anzahl anderer internationaler Organisationen verbessern die Lebensqualität für alle Menschen. Große Religionen suchen nach Gemeinsamkeiten in ihrem Glauben. Im ideologischen Bereich ist der Kalte Krieg des 20. Jahrhunderts zwischen Marxismus-Leninismus und Demokratie weitgehend überstanden. Des Weiteren ermöglichen uns spektakuläre Fortschritte in Wissenschaft und Technologie während der letzten hundert Jahre, dass wir das Leben mehr genießen können als je zuvor. Die Entwicklung der Telekommunikation und das rapide Wachstum der Luftfahrtindustrie haben einen so schnellen Zugang zu fast jedem Land ermöglicht, wie man es sich kaum hätte träumen lassen. Nie zuvor gab es einen derartigen Austausch zwischen den Völkern, Kulturen und Rassen. Unsere Welt ist tatsächlich ein globales Dorf geworden.

Gleichzeitig haben die Zerstörungen, die durch Weltkriege und viele andere regionale und internationale Konflikte hervorgerufen wurden, ein noch nie da gewesenes Ausmaß erreicht. Der Untergang des Kommunismus hat keine Friedenszeit eingeleitet. Aus dem Lot geratene industrielle Expansion schadet nach wie vor unserer Umwelt und der moralische Niedergang, der alle Gesellschaften heimsucht, gewinnt an Fahrt.

Das zweite Kommen Christi

Der Verlauf der Geschichte im neuen Jahrtausend wird dadurch bestimmt werden, wie die Welt auf das zweite Kommen Christi reagiert. Viele Christen glauben, dass Jesus in den Wolken des Himmels kommen wird. Diese Sicht gründet sich auf eine wörtliche Interpretation von einigen Stellen in der Bibel. Beispielsweise finden wir bei Daniel die Prophezeiung, dass der Herr in den Wolken kommen wird: „Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn.“ (Dan 7,13) Jesus zitierte diese Worte, als er vom Hohepriester befragt wurde (Mt 26,64).

Wie wir schon anhand der Geschichte von Adam und Eva gesehen haben, verwendet die Bibel oft eine symbolische Sprache. Jesus sagte, dass er in Parabeln und Symbolen gesprochen hat. Im Falle der biblischen Beschreibung des Kommens Christi bedeutet das Wort „Himmel“ nicht das buchstäbliche Firmament, sondern beschreibt den großen Wert, die Heiligkeit oder das Gute. Mit diesen Qualitäten ausgestattet, wird Christus mit der Macht und der Gegenwart Gottes als Mensch auf die Erde wiederkommen und nicht auf übernatürliche Weise buchstäblich aus dem Himmel herabschweben.

Die in der Bibel beschriebenen Letzten Tage bedeuten nicht, dass die Welt zur Zeit der Wiederkunft zu einem Ende kommen wird. Wenn die erste menschliche Familie im Guten begonnen hätte, wäre die Menschheit ewig gut geblieben, so wie Gott ewig gut ist. Weil jedoch die ersten menschlichen Vorfahren von Gott abfielen, wurde die menschliche Geschichte vom Bösen und von der Sünde geprägt. Gott kann nicht zulassen, dass es ewig so weitergeht. Die Geschichte der gefallenen Menschheit muss zu einem Ende kommen. Die Hinweise in der Bibel auf die Letzten Tage bezeichnen nicht das Ende der Welt, sondern das Ende der gefallenen Geschichte und den Anfang einer neuen Ära, in der Gottes Himmelreich endlich errichtet wird.

Weil Adam und Eva Gottes Ideal nicht erfüllten und weil Jesus von seinen Zeitgenossen zurückgewiesen und so daran gehindert wurde, Gottes Reich auf Erden zu errichten, wird einer als dritter Adam auf der Erde geboren werden, um die Vorsehung der Wiederherstellung zu vollenden. Er wird Satans Herrschaft über die Menschen zerstören und Gottes Ideal der Drei Großen Segen auf der Erde verwirklichen. Von einer Frau auf dieser Erde geboren, wird er letztlich die Krankheit der falschen Liebe heilen, die durch den Fall entstanden ist, indem er eine reine, auf Gott ausgerichtete Erblinie gründet, in die die gesamte Menschheit – alle Rassen und Religionen – eingepfropft werden kann.

Um das Beispiel eines vollkommenen Menschen zu sein und damit den ersten Segen zu erfüllen, muss der Messias auf der Erde geboren werden, so wie Adam und Jesus. Er wird Satans Barrieren durchbrechen und ein Mann von vollkommenem Charakter sein. Er wird ein Leben in wahrer Liebe führen und seine gesamte Energie und alles, was er hat, zum Nutzen der leidenden Menschheit einsetzen.

Um den zweiten Segen zu erfüllen, wird er eine Braut finden und zusammen werden sie den Fall überwinden und so das Ideal von Adam und Eva im Garten Eden errichten. Dadurch werden sie substantiell die Position von Wahren Eltern verwirklichen. Die Wahren Eltern werden der Menschheit zeigen, wie die Konflikte zwischen Nationen, Rassen, Religionen und Kulturen überwunden werden können, so dass schließlich eine Welt dauerhaften Friedens errichtet werden kann.

Um den dritten Segen zu erfüllen, werden sie aufzeigen, wie Religion und Wissenschaft sowie Technologie und Werte vereinigt werden können, was zu einer Welt von geistiger und physischer Vollkommenheit führen wird.

Die Wahren Eltern werden klar und deutlich die Wahrheit verkünden, alle Menschen von Leid und Unwissenheit befreien und das Himmelreich auf Erden verwirklichen. Ihr fundamentales Anliegen jedoch ist es, das leidende Herz Gottes zu befreien.

Aber ebenso wie Jesus vor 2000 Jahren muss der Herr der Wiederkunft damit rechnen, auf Verfolgung und Missverständnis zu treffen. Tatsächlich warnte Jesus selbst davor, als er sagte: „Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?“ (Lk 18,8), und: „Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.“ (Lk 17,25)

Die Mitglieder der Tongil-gyo Vereinigungsbewegung glauben, dass sich mit Reverend Dr. Sun Myung Moon die Wiederkunft bereits erfüllt hat. Geboren in Jeong-ju, einer Provinz im heutigen Nordkorea, bekam er im Alter von 16 Jahren von Jesus den Auftrag, seine Mission – die Errichtung des Reiches Gottes auf Erden – zu vollenden. Trotz vieler Verfolgungen und Missverständnisse, die er wie bereits Jesus vor 2000 Jahren erleiden musste, hat der wiedergekehrte Messias, zusammen mit seiner Ehefrau Hak Ja Han, die ursprüngliche Mission von Adam und Eva erfüllt. Als die Wahren Eltern der Menschheit begründen sie ein neues Zeitalter für eine Welt des Friedens und der wahren Liebe unter Gott.

Wir leben in der aufregendsten, aber vielleicht auch furchterregendsten Zeit der ganzen Geschichte. Während einige glauben, dass die Welt letztendlich in einer apokalyptischen Katastrophe zerstört wird, besagt Das Göttliche Prinzip, dass nicht der Planet Erde, sondern die Herrschaft des menschlichen Egoismus, der Unwissenheit und Furcht bald zu einem Ende kommen wird. Gottes Liebe wird vorherrschen, wenn zur Zeit der Wiederkunft die endgültige Trennung von Gut und Böse kommt. Die Zukunft der Menschheit ist daher nicht bedrückend, sondern hoffnungsvoll. Alle werden gerettet werden. Eine neue Welt ist nahe herbeigekommen. Das Versprechen Gottes ist dabei, erfüllt zu werden.

Dieses Büchlein ist eine kurze Einführung in Das Göttliche Prinzip. Es gibt zahllose Zeugnisse über die Kraft des Göttlichen Prinzips, das den Menschen Hoffnung und neues Leben schenkt. Diejenigen, die den Inhalt aufrichtig geprüft haben, erkannten dies als wahrhaftiges Geschenk Gottes. Das Göttliche Prinzip zeigt auf, wie wir uns viel tiefer und inniger mit Gott im Herzen verbinden und Ihn ganz neu verstehen können, wie Mann und Frau eine reine, ewige Beziehung aufbauen können und wie Eltern ihre Kinder in so intimen Dingen wie Liebe und Ehe leiten können. Es bietet dauerhafte Lösungen für soziale und nationale Probleme an, denen sich unsere Welt heute gegenübersieht.

Wir ermutigen Sie von Herzen, Das Göttliche Prinzip zu studieren und herauszufinden, wie es Ihnen nützen und Ihr Leben erneuern kann.

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